Nach Amnestie
Italien wollte Extremisten nach Deutschland abschieben

Deutsche Sicherheitsbehörden haben laut einem Magazinbericht den Versuch der italienischen Justiz gestoppt, einen vorzeitig aus der Haft entlassenen islamischen Extremisten nach Bayern abzuschieben.

HB BERLIN. Der 37-jährige sei am Mittwoch kurz vor Mitternacht in Begleitung italienischer Polizisten bei der Bundespolizei am Münchner Flughafen erschienen, berichtete das Magazin „Focus“ am Samstag vorab unter Berufung auf Ermittlerkreise. Das Bundesinnenministerium habe aber bereits am Donnerstagmorgen das entsprechende Bundesamt angewiesen, dem Mann seinen Asylstatus abzuerkennen, da der vor Jahren gestellte Antrag nachweislich gefälscht sei. Der 37-jährige sei daraufhin am Donnerstag in einer Linienmaschine zurück nach Rom gebracht worden.

Dem Magazin zufolge war der Mann am 2001 in München verhaftet und nach Italien ausgeliefert worden. Er habe vor Jahren mit Komplizen in Norditalien Giftgas-Anschläge geplant und solle nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft auch an den Vorbereitungen für einen Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt im Jahr 2000 beteiligt gewesen sein. Er sei jetzt auf Grund einer vom italienischen Parlament beschlossenen Amnestie aus einer der überfüllten Haftanstalten des Landes entlassen worden.

Ein hoher Beamter des bayerischen Landeskriminalamts habe sich verbittert gezeigt über das versuchte Manöver der italienischen Justiz, den Mann zu später Stunde nach Bayern abzuschieben, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%