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Nach Amoklauf: US-Waffenlobby für Vorstoß hart kritisiert

Die US-Waffenlobby hat nach dem Amoklauf von Newtown mehr bewaffnete Sicherheitskräfte an Schulen gefordert. Dafür hagelte es harsche Kritik, unter anderem vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg.

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg plädierte für schärfere Waffengesetze in den USA. Quelle: AFP
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg plädierte für schärfere Waffengesetze in den USA. Quelle: AFP

WashingtonDie US-Lobbyorganisation National Rifle Association (NRA) hat für ihre Forderung nach mehr bewaffneten Wachen an Grundschulen harsche Kritik geerntet. „Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist“, sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg am Freitag.

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Der parteilose Politiker plädiert seit Jahren für schärfere Waffengesetze. Die stellvertretende Direktorin des Anti-Waffen-Gruppe Code Pink, Medea Benjamin, warf der NRA Realitätsverweigerung vor: „Sie haben die Schuld für die Gewalt auf alle möglichen Dinge geschoben - nur nicht auf die Waffen selbst.“

Amokläufe an amerikanischen Schulen und Universitäten

  • 20. April 1999 - Littleton

    Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.

  • 21. März 2005 - Minnesota

    Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

  • 12. Oktober 2006 - Pennsylvania

    Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

  • 16. April 2007 - Blacksburg

    Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.

  • 10. Oktober 2007 - Cleveland

    Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

  • 14. Februar 2008 - Illinois

    Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

  • 3. April 2012 - Kalifornien

    Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

Eine Woche nach dem Massaker an einer Grundschule in der US-Kleinstadt Newtown hatte die Waffenlobby auf einer seltenen Pressekonferenz mehr bewaffnete Wachen an Schulen als Lösung für das Gewaltproblem präsentiert.

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