Nach Amoklauf von Newtown
Obama will Sturmgewehre verbieten

Der Amoklauf in Newtown könnte zu Veränderungen bei den Waffengesetzen in den USA führen. Jetzt hat sich Barack Obama erstmals konkret geäußert. Der US-Präsident unterstützt eine Initiative einer demokratichen Senatorin.
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WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat seine Unterstützung für ein geplantes Gesetz zum Verbot von Sturmgewehren erklärt. Obama stehe hinter der von der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein angekündigten Initiative, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. Damit äußerte sich der Präsident erstmals seit dem Amoklauf an der Grundschule von Newtown konkret zu einem Gesetz zur Verschärfung des Waffenrechts.

Feinstein hatte angekündigt, bei der ersten Sitzung im Neuen Jahr am 3. Januar ein strengeres Waffengesetz in den Senat einzubringen. Dem Entwurf zufolge sollen der Verkauf, der Transfer, die Herstellung sowie der Import von rund einhundert Modellen von Sturmgewehren verboten werden. Auch Magazine mit mehr als zehn Schüssen sollen für Privatpersonen künftig tabu sein.

Nach dem Massaker wächst in den Vereinigten Staaten die Unterstützung für schärfere Waffengesetze. Während die Stadt im US-Bundesstaat Connecticut Abschied von den 26 Opfern der Sandy-Hook-Grundschule nimmt, sprach sich in einer Umfrage eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung für Beschränkungen im Umgang mit Waffen aus. In Washington äußerten mehrere Senatoren ihre Bereitschaft, über Verschärfungen zu verhandeln.

In Newtown sollten am Dienstag zwei sechsjährige Mädchen zu Grabe getragen werden. Bereits am Montag waren zwei gleichaltrige Jungen beerdigt worden. Hunderte Trauergäste folgten den Toten. Kameras waren nicht zugelassen. „Wenn man diese kleinen Särge sieht, bricht es einem das Herz“, sagte der Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy.

Insgesamt kamen bei dem Massaker am vergangenen Freitag 28 Menschen zu Tode. Der Amokläufer Adam Lanza erschoss 20 Kinder. Sie waren alle sechs und sieben Jahre alt. Auch sechs Mitarbeiterinnen der Schule starben, außerdem die Mutter des Täters. Lanza hat sich nach Angaben der Polizei selbst erschossen. Sein Motiv lag auch am Dienstag noch im Dunkeln.

Die Sandy Hook Elementary School blieb weiter geschlossen. Die übrigen Schulen in der Stadt öffneten dagegen wieder. „So schwer es ist, wir müssen weitermachen“, zitierte der Sender MSNBC eine Lehrerin an einer High School.

Senatorin Feinstein kündigte den Vorstoß für ein Verbot von Sturmgewehren an, da Lanza bei seinem Amoklauf eine solche Waffe benutzt hatte. Er gab nach Polizeiangaben mehrere hundert Schüsse ab, seine Opfer wiesen jeweils bis zu elf Schusswunden auf. Präsident Obama hatte bereits einer Trauerfeier in Newtown am Sonntagabend (Ortszeit) Schritte gegen die Waffengewalt gefordert: „Solche Tragödien müssen enden“.

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Waffenbesitzer unter Senatoren werden nachdenklich

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  • @bernie:
    Haben Sie etwas getrunken ?

    Richard, Los Angeles

  • „Lebensbewältigung“ als wichtigstes neues Schulfach!

    Es berührt mich, was sich ein Vater nach der Ermordung seiner Tochter beim US-Schulmassaker gewünscht hat, nämlich dass diese Tragödie „die Menschen besser, mitfühlender und fürsorglicher“ machen möge.
    Hierfür reicht es sicherlich nicht aus, nur von außen her z.B. den Erwerb von Waffen zu erschweren. Vielmehr finde ich es notwendig, von innen her eine Einstellungs- und Verhaltensänderung anzustreben.

    Ich meine, die Regierungen und alle gesellschaftlichen Vereinigungen sollten multimedial versuchen, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass der Wert eines jeden(!) Menschen extrem wertvoll ist: So weit wir ins Universum schauen können, finden wir nirgendwo auch nur entfernt etwas Ähnliches wie uns – ein Lebewesen, welches in Milliarden Jahren sehr harter, schwerer (Evolutions-) Entwicklungsarbeit sehr viele – insbesondere auch positive! – körperliche, seelische, verstandesmäßige und soziale Fähigkeiten erworben hat.

    Diese Änderung der Wertschätzung eines jeden Menschen auch kann sehr gut als Ausgangspunkt eines neuen und – wie ich überzeugt bin, äußerst wichtigen – Schulfaches z.B. mit dem Namen „Lebensbewältigung“ dienen. Dort könnten und sollten Schüler (unter Einbeziehung aller Lehrer und Eltern) auf der Basis der Menschenrechte z.B. in Theorie und Praxis lernen, mit den verschiedensten Problemen des Lebens – speziell den sozialen – zurechtzukommen. Andere Lerninhalte der Schule, welche sich nicht als nützlich für die Gegenwart und Zukunft der Schüler erwiesen(!) haben, sollten gestrichen werden!

    So könnte nicht nur der sehr verbreitete Hass auf die Schule (als eine Ursache von Gewalt) wesentlich verringert, sondern Menschen insgesamt wirklich „besser, mitfühlender und fürsorglicher“ werden.

  • Was sie nicht sagen....soll ich mich etwa bei ihnen profilieren, .... -:)da werde ich ja richtig ambitioniert !

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