Nach anhaltendem Druck von Trump FBI-Vizechef Andrew McCabe tritt zurück

Überraschend abrupter Abgang: Der Vize der US-Bundespolizei, Andrew McCabe, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Schritt folgt anhaltenden Attacken durch den Präsidenten und von Republikanern.
Update: 30.01.2018 - 06:17 Uhr Kommentieren

„Diese Entscheidung wurde nicht im Weißen Haus getroffen“ – FBI-Vize tritt zurück

„Diese Entscheidung wurde nicht im Weißen Haus getroffen“ – FBI-Vize tritt zurück

WashingtonAndrew McCabe gibt seinen Posten als Vizedirektor des FBI vorzeitig auf. Er werde bereits am Montag aus der Bundespolizei ausscheiden und nicht erst im Frühjahr wie ursprünglich geplant, erfuhr die Nachrichtenagentur AP von zwei mit der Entscheidung vertrauten Personen. Darüber habe er das FBI-Personal am Montag unterrichtet. Gründe für den Schritt wurden nicht bekannt. Das Weiße Haus dementierte, etwas mit dem Abgang des regelmäßig von US-Präsident Donald Trump kritisierten McCabe zu tun zu haben.

Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied von McCabe hatte es seit längerem gegeben. Im Dezember hatte Präsident Trump McCabes Rolle bei den Ermittlungen zur E-Mail-Affäre von Ex-Außenministerin Hillary Clinton öffentlich kritisiert, die im Präsidentschaftswahlkampf gegen Trump kandidiert hatte.

Trump wies zudem darauf hin, dass McCabes Frau Jill 2015 von demokratischen Politikern für eine Senatskampagne 700.000 Dollar erhalten habe. Allerdings erfolgte die Spende, bevor Andrew McCabe zum FBI-Vize ernannt wurde und damit eine wichtige Rolle in den Ermittlungen zu den Clinton-E-Mails einnahm.

Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders erklärte, das Weiße Haus sei nicht an McCabes Entscheidung beteiligt gewesen. „Der Präsident war nicht Teil dieses Entscheidungsfindungsprozesses“, sagte sie. Trump stehe jedoch zu seiner Kritik an McCabe. Das Weiße Haus habe „einige Bedenken“ wegen McCabes Arbeit.

Das vorzeitige Ausscheiden McCabes erhielt besondere Brisanz, nachdem in der vergangenen Woche Berichte laut geworden waren, Trump habe versucht, den Sonderermittler der Russland-Affäre zu feuern. Robert Mueller und sein Team von Anwälten untersuchen, ob es im Wahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gegeben hat. Im Fokus steht außerdem, ob der US-Präsident versucht hat, die entsprechenden Ermittlungen in der Sache zu behindern.

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  • dpa
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