Nach Anschlägen: Pakistans Luftwaffe greift Taliban-Verstecke an

Nach Anschlägen
Pakistans Luftwaffe greift Taliban-Verstecke an

Die Taliban verschärfen ihre Attacken in Pakistan. Nun hat die Luftwaffe des Landes Hochburgen der Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan ins Visier genommen. Friedensgespräche werden immer schwerer.
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IslamabadDas pakistanische Militär hat nach einer Serie von Anschlägen der radikalislamischen Taliban Luftangriffe auf Verstecke der Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan geflogen. Dabei seien in den Stammesgebieten Nord-Waziristan und Khyber am Dienstag 25 mutmaßliche Extremisten getötet worden, teilten Militärvertreter mit. Pakistan reagierte damit auf zwei Bombenanschläge, bei denen seit Sonntag mindestens 33 Soldaten getötet worden waren.

Die pakistanische Regierung bemüht sich seit Monaten vergeblich um Friedensgespräche mit den Taliban. Am Sonntag war ein Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi verübt worden. Am Montag verübte ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf einen Kontrollpunkt unweit des südlich von Islamabad gelegenen Militärhauptquartiers.

Die Luftangriffe begannen nach Mitternacht und zielten nach Angaben des Militär auf Schlupfwinkel, von denen aus Anschläge geplant worden seien. Dorfbewohner in Nord-Waziristan erklärten, es seien auch Zivilisten getroffen worden. Es sei wahllos gefeuert worden. Ein Sprecher der Taliban sagt, kein Kämpfer sei getötet worden.

Nord-Waziristan ist eine Hochburg der pakistanischen Taliban (TTP). Zuletzt hatte es dort im Dezember einen größeren Schlagabtausch mit der Armee gegeben. Eine Taliban-Gruppe teilte nach einem Angriff auf einen Kontrollpunkt dort mit, dieser sei ein Racheakt für den Tod von TTP-Chef Hakimullah Mehsud gewesen. Mehsud war im vergangenen Jahr bei einem US-Drohnenbeschuss getötet worden. Der neue TTP-Chef Mullah Fazlullah lehnt ein Angebot der Regierung zu Friedensgesprächen ab.

Extremisten erschossen am Dienstag in der südpakistanischen Stadt Karachi drei Mitarbeiter eines Impfteams, darunter zwei Frauen. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Krankenhausarzt weiter. Die Opfer gehörten zu einem Team, das die Bevölkerung gegen Kinderlähmung (Polio) impfen sollte. Islamisten haben Impfhelfer immer wieder angegriffen. Sie vermuten hinter den Vorsorgemaßnahmen eine westliche Verschwörung, um bei Muslimen unter anderem die Fruchtbarkeit zu reduzieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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