Nach Anschlägen von Boston: London in Sorge um Thatcher-Begräbnis und Marathon

Nach Anschlägen von Boston
London in Sorge um Thatcher-Begräbnis und Marathon

Nach dem Anschlag in Boston überprüfen Länder rund um den Globus ihre Sicherheitsvorkehrungen. Im Fokus steht London - wo am Mittwoch Maggie Thatcher beerdigt wird und am Sonntag ein internationaler Marathon ansteht.
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Der erste Gedanke des britischen Premierministers David Cameron gilt den Opfern in Boston. „Die Bilder aus Boston sind schockierend und entsetzlich“, schrieb Cameron sofort in der Nacht zum Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Doch schon am Dienstag richtet sich der Blick und die Sorgen der Briten auf die eigene Hauptstadt. „Nach den Anschlägen von Boston müssen alle Beteiligten noch wachsamer werden“, betonte Ex-Innenminister John Reid.

Reids Nachfolgerin Theresa May wurde am Morgen vom Geheimdienst und der Polizei über mögliche Sicherheitsrisiken informiert, anschließend wurden Cameron und das gesamte Kabinett auf den neuesten Stand gebracht.

London gilt bereits seit Jahren als eine der am meisten gefährdeten Metropolen für Terrorattacken. Im Sommer 2005 forderte eine Serie von Bombenanschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Todesopfer. Die jüngsten Statistiken des britischen Innenministeriums zeigen, dass die Festnahmen von Terrorverdächtigen von Anfang 2012 bis September um um 60 Prozent gestiegen sind.

36 000 Sportler und 500 000 Zuschauer werden in diesem Jahr zum London Marathon erwartet, der an einigen der prominentesten Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt entlang führt. Sportminister Hugh Robertson betonte, er sei „absolut zuversichtlich“, dass die Behörden die Sicherheit des Großereignisses gewährleisten könnten. Die Briten sollen ihre „Solidarität“ mit Boston dadurch zeigen, dass sie sich von den Anschlägen in den USA nicht abschrecken lassen.

„Wir werden die Veranstaltung auf keinen Fall absagen“, betonte auch der Organisationschef des Marathons. „Wir haben unseren Sicherheitsplan gemeinsam mit der Metropolitan Police ausgearbeitet und nach den Anschlägen sofort Kontakt mit den Sicherheitsbehörden aufgenommen“. „Wir werden unsere Maßnahmen genau überprüfen“, bestätigte Superintendent Julia Pendry von der Metropolitan Police.

Auch Prinz Harry wird trotz der veränderten Sicherheitslage beim London-Marathon dabei sein. Der 28-Jährige werde wie geplant die Ehrungen der Gewinner in den verschiedenen Kategorien übernehmen und freiwillige Helfer treffen, hieß es am Dienstag vom Palast. Harry, der Dritte in der britischen Thronfolge, ist Schirmherr der Stiftung London Marathon Charitable Trust.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sprach sich für eine Verschärfung des Sicherheitsprogramms aus: „Wir haben einen robusten Plan für das Rennen am Sonntag, aber angesichts der Ereignisse in Boston ist es nur angemessen, wenn Polizei und Organisatoren ihre bisherigen Annahmen überprüfen.“

Mit der feierlichen Beerdigung von Maggie Thatcher, an der neben Königin Elisabeth über 2000 Ehrengäste aus aller Welt teilnehmen werden, steht die Londoner Polizei bereits am Mittwoch vor einer enormen Herausforderung.

Die Sicherheitskräfte rechnen ohnehin mit einer Protestwelle und stellen sich auch auf mögliche gewalttätige Auseinandersetzungen mit Demonstranten ein. Neben Aktionen von linken Aktivisten fürchten die Behörden vor allem einen Angfriff nordirischer Terroristen. Der konservative Abgeordnede Patrick Mercer, der einst als Soldat im Nordirland-Konflikt diente, glaubt dass das Begräbnis von Thatcher „den Ehrgeiz dissidenter nordirischer Separatisten“ wecken wird.

Der Trauerzug für Thatcher wird zwei Meilen durch die Lononder Innnenstadt von Westminster bis zur St. Pauls Chathedral führen. Die Strecke ist durch Metallgitter abgesperrt, Soldaten werden als Ehrenwache Spalier stehen. Nach Informationen britischer Medien wird die Spezialeinheit SAS mit ihren Booten auf der Themse patrollieren und Einheiten für den schnellen Eingriff im Notfall in der Nähe der Trauerfeier bereithalten.

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  • Lieber @www_mmnews_de

    Dankeee !! :-) ich weiß das ALLES!

    Ich habe Krysmanski gelesen und weiß von daher das Friede Springer die EU "gehört"! Zumindest wird sie von ihr sehr stark beeinflusst und kontrolliert.

    Es hat mich nur geärgert, dass der andere Artikel zum Thema verschwunden ist.

    Der Zusammenbruch des Geldsystems wird noch in einem Faschismus enden. Mit viel Leid, Blut und Terror...man will die Masse weiter unterdrücken!

  • Wer den größten Nutzen hat? Verschwörungstheoretiker wie Sie. Dann haben sie was zu tun.

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