Nach Anschlag auf Polizisten
Nato fordert Hilfe für Afghanistan

Der Mord an drei deutschen Polizisten in Afghanistan hat Entsetzen ausgelöst. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien, Frankreich, Großbritannien und Kanada wachsen Zweifel am Krieg in Afghanistan. Dennoch hält die Politik und das Militär an ihrem Kurs fest.

BRÜSSEL. Nach dem Mord an drei deutschen Polizisten in Afghanistan hat die Nato mehr Soldaten und zivile Sicherheitskräfte gefordert. Eine Verstärkung der 40 000 Soldaten starken Schutztruppe Isaf sei „wünschenswert und wichtig“, sagte der deutsche Stabschef Bruno Kasdorf der Tageszeitung „Die Welt“. Forderungen nach einer Änderung ihrer Strategie in Afghanistan erteilte die Allianz eine Absage. Es gehe vielmehr darum, „unsere Strategie zum Erfolg zu bringen“, sagte ein Nato-Sprecher in Brüssel. Dafür müssten noch bestehende Lücken gefüllt werden. Eine neue Strategiedebatte sei nicht geplant, so der Sprecher.

Für einen neuen Ansatz hatten sich Politiker der Grünen und der Linkspartei ausgesprochen. Demgegenüber lehnt die Bundesregierung eine Änderung der Strategie und der laufenden Bundeswehr-Mandate ab. Rückendeckung erhält sie dabei von Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Bereits am 13. September will Scheffer nach Berlin reisen, um bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine Verlängerung zu werben.

Neben der Verlängerung stehe auch eine Verschmelzung der beiden Mandate für die deutsche Beteiligung an der Schutztruppe Isaf und dem Tornado-Einsatz zur Debatte, hieß es in Brüssel. Aus Nato-Sicht hätte eine Zusammenlegung den Vorteil, dass mehr deutsche Experten für die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte abgestellt werden könnten. Das laufende Isaf-Mandat ist mit rund 3000 deutschen Soldaten fast ausgereizt, während am Tornado-Einsatz bisher nur 220 von 500 möglichen Soldaten teilnehmen.

Scheffer will aber auch für eine generelle Aufstockung des deutschen Engagements werben. Die Isaf-Truppen seien heute zwar besser aufgestellt als noch vor einem Jahr, sagte der Nato-Sprecher. Dennoch gebe es immer noch Bedarf an Soldaten, Ausbildern und Militärmaterial. Am Mittwoch hatte Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung eine Anfrage nach Transporthubschraubern für einen Einsatz im Süden Afghanistans abgelehnt. Die Bitte ging zwar auch an andere Nato-Mitglieder, doch auch diese Lücke sei noch nicht geschlossen.

Eine klare Absage erteilte der Nato-Sprecher den Forderungen nach einer neuen Strategie-Debatte. Im Nato-Hauptquartier in Brüssel habe noch niemand das Vorgehen der Isaf-Truppen in Frage gestellt. Auch die in Deutschland besonders umstrittene, von den USA geführte Anti-Terror-Mission „Operation Enduring Freedom“ (OEF) werde nicht angezweifelt. Zwar gebe es Diskussionen über eine bessere Koordinierung zwischen Isaf und OEF. Diese Debatte werde jedoch nur auf militärischer Ebene und nicht politisch geführt.

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