Nach Anschlag auf Synagoge in Jerusalem
Sorge vor neuen Gewaltexzessen in Nahost

Bei einem Überfall in einer Synagoge in Jerusalem wurden mindestens sechs Menschen getötet. Die Palästinenserorganisation Hamas sprach von einer „heroischen Tat“ – Israel will mit „harter Hand“ auf den Mord reagieren.

JerusalemBei einem Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem sind am Dienstag mindestens sechs Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte, bei den Toten handele es sich um vier jüdische Betende – drei US-Bürger und einen Briten – und zwei Attentäter. Wie die israelische Polizei am Dienstag mitteilte, hatten die vier jüdischen Männer jeweils auch die israelische Staatsbürgerschaft.

Israelische Medien berichteten, die beiden Angreifer aus dem arabischen Ostteil Jerusalems hätten in dem Stadtteil Har Nof Betende mit Messern und Äxten angegriffen. Sie hätten auch mit einem Revolver geschossen. Herbeigerufene Polizisten hätten die beiden nach einem kurzen Feuergefecht getötet.

Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben von Sanitätern wurden neun Menschen am Ort des Überfalls behandelt. Fünf befänden sich in einem kritischen Zustand. Nach Angaben der Polizei wurden die Angreifer erschossen. „Wir betrachten dies als terroristischen Angriff“, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas bezeichnete den tödlichen Anschlag auf jüdische Betende in Jerusalem als „heroische Tat“. Hamas-Sprecher Muschir al-Masri sprach am Dienstag in Gaza von einer „natürlichen Reaktion“. Es sei die Rache für den Tod eines arabischen Busfahrers, sagte Al-Masri. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer „Hinrichtung“ des Fahrers. Nach Angaben der israelischen Polizei beging der am Sonntagabend erhängt in einem Bus aufgefundene Palästinenser Selbstmord. Seine Familie beschuldigt jedoch jüdische Extremisten, hinter der Tat zu stehen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vor, für den blutigen Anschlag in Jerusalem mitverantwortlich zu sein. Der Angriff auf die Synagoge in Har Nof sei „das direkte Ergebnis der Hetze von Hamas und Abu Masen (Abbas), die von der internationalen Gemeinschaft auf unverantwortliche Weise ignoriert wird“, teilte Netanjahu am Dienstag mit. „Wir werden mit harter Hand auf den grausamen Mord an Juden reagieren, die beten wollten und die von heimtückischen Mördern getötet wurden“, sagte er. Netanjahu berief für den Mittag eine Sicherheitsberatung ein.

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„Das direkte Ergebnis der Hetze“

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