Nach Anschlag
In Israel wird nach bewaffneten Deserteuren gefahndet

Nach dem tödlichen Anschlag eines fahnenflüchtigen Soldaten auf Israelisch-arabische Buspassagiere fahndet die israelische Armee nun nach neun weiteren bewaffneten Deserteuren. Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte am Montag vor dem Verteidigungsausschuss des Parlamentes, mehrere Hundert hätten sich unerlaubt vom Armeedienst entfernt, aber nur neun seien bewaffnet.

HB TEL AVIV. Zuvor hatte er Vorbeugehaft für drei Aktivisten der extremistischen jüdischen Kach- Bewegung angeordnet, die in Siedlungen im Westjordanland leben. Der Anschlag eines 19-jährigen Israelis in einem Bus im Norden des Landes hatte die Sorge vor Gewalttaten verstärkt, die den Abzug aus dem Gazastreifen verhindern sollen. Der extremistische Deserteur hatte am Donnerstag vier israelische Araber erschossen, bevor er selbst von einer aufgebrachten Menschenmenge gelyncht wurde.

Etwa eine Woche vor dem Beginn des israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen hat eine Mehrheit der Siedler Anträge auf staatliche Entschädigung gestellt. Mehr als 1000 der 1700 jüdischen Familien wollten die von der Regierung angebotenen Gelder erhalten, berichtete der israelische Rundfunk. Radikale Gegner der Räumung hatten erklärt, sie wollten sich den Behörden widersetzen. Der Abzug soll am 15. August beginnen. Etwa 48 Stunden später sollen Polizisten und Soldaten die Räumung durchsetzen.

Nach einer Schießerei mit der Polizei haben militante Palästinenser zwei zeitweise im Süden des Gazastreifens verschleppte UN-Mitarbeiter und ihren Fahrer freigelassen. Der Schweizer und der Brite seien wie auch ihr Mitarbeiter nicht verletzt worden, teilte das Hauptquartier der palästinensischen Geheimpolizei mit. Die Kidnapper gehörten zu einem Familienclan, der Angehörige aus der Haft freipressen wollte.

Am Vortag hatte die palästinensische Polizei den Büroleiter des Chefs der Fatah-Organisation, Faruk Kaddumi, in Chan Junis festgenommen. Ihm war vorgeworfen worden, in einem Flugblatt Teile der Polizei verunglimpft zu haben. Seine Familie hatte daraufhin bereits eine Vertretung des Roten Halbmondes besetzt. In den vergangenen Wochen waren mehrfach Ausländer verschleppt worden, um Häftlinge freizupressen.

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