Nach Anschlag in Suruc
Erdogan-Kritik kostet türkischen Journalist den Job

Nach dem Suruc-Anschlag ließ der türkische Journalist Kadri Gürsel seinem Frust bei Twitter freien Lauf. Doch die Kritik gegen Ministerpräsident Erdogan kommt ihm teuer zu stehen. Die Zeitung „Milliyet“ entlässt Gürsel.
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IstanbulDie führende türkische Tageszeitung „Milliyet“ hat einen ihrer wichtigsten Kommentatoren wegen eines kritischen Beitrags im Kurznachrichtendienst Twitter über Präsident Recep Tayyip Erdogan entlassen. Die Twitter-Botschaft stehe nicht im Einklang mit den journalistischen Grundsätzen des Blatts, hieß es laut Medienberichten vom Donnerstag in einer Erklärung von „Milliyet“. Der Kommentator Kadri Gürsel hatte Erdogan vorgeworfen, die treibende Kraft hinter dem Aufstieg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu sein.

„Es ist peinlich, dass ausländische Politiker der Person ihr Beileid zu Suruc aussprechen, die der Hauptgrund für den IS-Terror in der Türkei ist“, schrieb Gürsel auf seinem Twitter-Konto mit Blick auf den Selbstmordanschlag vom Montag in der türkischen Stadt an der Grenze zu Syrien. 32 Menschen waren bei dem Anschlag getötet worden, für den die Regierung den IS verantwortlich macht.

Der Türkei war in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen worden, mit IS-Extremisten zusammenzuarbeiten in der Hoffnung, dass diese sich als nützlich bei dem Ziel erweisen könnten, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen. Ankara bestreitet dies vehement. Zugleich wächst die Sorge über die sich verschlechternde Lage für Journalisten in der Türkei. Gegen zahlreiche Journalisten laufen Gerichtsverfahren wegen des Vorwurfs der Beleidigung Erdogans.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Journalisten müssen überall - auch in Deutschland - mit Konsequenzen rechnen, wenn sie gegen die politische Korrektheit verstoßen. Siehe Eva Herrmann!

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