Nach Anschlag in Tunis
Tunesien will Terror gnadenlos bekämpfen

Nach dem blutigen Terroranschlag ist die Wut in Tunesien groß. Terroristen haben ein beliebtes Museum in Tunis gestürmt und richten dabei ein Blutbad unter Urlaubern an. Es läuft die Suche nach weiteren Terroristen.
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TunisNach dem blutigen Terroranschlag in Tunis geht die Suche nach weiteren Beteiligten und Hintermännern weiter. Bei dem Anschlag auf das Nationalmuseum im Herzen von Tunis kamen mindestens 21 Menschen ums Leben, unter ihnen 17 Touristen. Die Opfer stammten aus Polen, Italien, Spanien und Tunesien und womöglich auch aus Deutschland. Die tunesischen Behörden haben die beiden getöteten Attentäter identifiziert. Es handele sich vermutlich um Einheimische, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Tunis am Donnerstag. Nähere Angaben machten die Behörden nicht.

Nach drei Terroristen wird derzeit noch gefahndet. Die tunesische Führung kündigte einen „gnadenlosen“ Kampf gegen den Terror angekündigt. Präsident Béji Caïd Essebsi sagte, das Land werde „bis zum letzten Atemzug“ gegen seine Gegner kämpfen.

Terroristen hatten am Mittwoch das Nationalmuseum Tunesiens gestürmt und dabei 19 Menschen, darunter 17 ausländische Touristen, getötet. Auch zwei Attentäter sind nach Angaben des tunesischen Ministerpräsidenten Habib Essid umgekommen. Demnach starben insgesamt 21 Menschen, 44 wurden verletzt.

Präsident Béji Caïd Essebsi erklärte, ein „riesiges Unglück“ habe Tunesien heimgesucht. „Wir müssen mit einer Generalmobilmachung beginnen und die Terroristen endgültig ausschalten“, sagte er beim Besuch von Verletzten im Krankenhaus. Bei einer Fernsehansprache versprach Essebsi, Tunesiens Bürger werden „über diese kriminellen Minderheiten“ siegen. Im Herzen der Hauptstadt versammelten sich Tausende Tunesier, um ein Zeichen gegen den Terroranschlag zu setzen.

International stieß die Tat auf scharfe Kritik. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte, die Vereinten Nationen seien solidarisch mit den Menschen und den Behörden in Tunesien. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und führende EU-Politiker waren entsetzt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Anschlag „auf das Schärfste“.

Zu tunesischen Angaben, nach denen mindestens ein Deutscher bei dem Terroranschlag in Tunis getötet wurde, äußerte sich Steinmeier zurückhaltend. „Unsere Botschaft in Tunis arbeitet gemeinsam mit den tunesischen Behörden daran, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen.“

In Tunesien hatte Ende 2010 der sogenannte Arabische Frühling seinen Anfang genommen. Im Gegensatz zu vielen anderen arabischen Staaten machte Tunesien eine demokratische politische Entwicklung durch, die international vielfach gewürdigt wurde. Allerdings erlebte auch die bewaffnete Dschihadistenbewegung seit der Revolution einen Aufschwung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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