Nach Anschlag
Westerwelle und Cameron drängen auf UN-Sanktionen

Deutschland und Großbritannien drängen nach dem Bombenanschlag gegen die syrische Militärführung auf rasche UN-Sanktionen gegen den Nahost-Staat. Die Botschaft: Russland müsse seine ablehnende Haltung aufgeben.
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Kabul, BerlinNach dem Bombenanschlag auf die syrische Militärführung dringen Großbritannien und Deutschland auf rasche UN-Sanktionen gegen den Nahost-Staat. Der britische Premierminister David Cameron und Bundesaußenminister Guido Westerwelle riefen vor allem die Vetomacht Russland auf, ihre ablehnende Haltung aufzugeben. Die Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin laute, dass es für den UN-Sicherheitsrat an der Zeit sei, klare und harte Sanktionen zu verhängen, sagte Cameron am Donnerstag in Kabul. Russland und China haben mit ihrem Veto im Sicherheitsrat mehrere Syrien-Resolutionen zu Fall gebracht.

Der UN-Sicherheitsrat wird am Donnerstag erneut über die Lage in Syrien beraten. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon forderte als Konsequenz aus dem Anschlag von Damaskus wirksame Schritte gegen die Gewalt. Bei dem Attentat waren am Mittwoch drei der wichtigsten Stützen von Präsident Baschar al-Assad getötet worden, darunter Verteidigungsminister Dawud Radschha und Assads Schwager Assef Schaukat.

Westerwelle sagte in der ARD, Russland müsse davon überzeugt werden, dass seine strategischen Interessen nicht in Gefahr seien, wenn es seine schützende Hand vom syrischen Staatschef Assad zurückziehe. Da es noch keine UN-Sanktionen gegen die Führung in Damaskus gebe, seien die diplomatischen Möglichkeiten noch nicht am Ende. "Die Gewalt kehrt an den Ausgangsort zurück, nämlich zum Regime von Assad", kommentierte Westerwelle den Anschlag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Anschlag: Westerwelle und Cameron drängen auf UN-Sanktionen"

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  • O-Ton 'Rohrstock'
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    Vorbildlich an dem Artikel ist, dass hier nicht von Terrorismus gesprochen wird. Denn für die Bewertung der Tat kommt es letztlich nicht auf die Wahl der Methoden an, sondern darauf, wer für was und gegen wen kämpft.
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    Eben. Und genau deshalb sind die sunitischen Bomber Terroristen. Denn sie wollen den alewitischen und christlichen Bewohnern Syriens den Garaus machen.

    So wie ihnen das schon in den Gebieten im Irak in denen sie die Oberhand haben gelungen ist.

    Oder was glauben Sie woher all die assyrischen Flüchtlinge in den letzten Jahren gekommen sind?

    Ja - tatsächlich aus dem "befreiten" Irak.

    O-Ton 'Rohrstock'
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    Die Verantwortung für sämtliche Opfer, auch auf Seiten des Regimes, liegt allein bei denen, die sich gegen den Willen einer Weltgemeinschaft stellen, deren Toleranz für autoritäre Regime glücklicherweise immer mehr abnimmt (vor allem aufgrund des unermüdlichen Engagements der USA und Großbritanniens für Freiheit und Menschenrechte).
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    Den Verbrecherhaufen der sich heutzutage gerne "Weltgemeinschaft" nennt ist für millionenfachen Tod durch Befreiungsbombardierungen und Regimechange verantwortlich.

    Und das "unermüdlichen Engagements der USA und Großbritanniens für Freiheit und Menschenrechte" kann man besonders schön bei ihrer Kumpanei mit dem saudischen Terrorregime und dem illegalen jüdischen Besatzerregime in Palästina beobachten.

    +++++++++++++++++++++++++++

    Oder war Ihr Beitrag ironisch gemeint?

    Na gut - dann war das wohl zu fein gesponnen für mich. ;)

  • Schon toll: Auf die Militärführung wird ein Anschlag verübt, und weil das nicht ganz geklappt hat, sollen Sanktionen gegen die bedrohten verhängt werden.
    Das Westerwelle nicht wirklich begreift haben wir ja schon des öfteren erleben dürfen, aber so verblödet ist schon fast strafbar. Wäre es denn nicht sinnvoll, unsere(...) Politiker dort hinzuschicken , um Sie für unsere Freiheit kämpfen zu lassen?(...)
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

  • Was für Sanktionen sollen das denn sein ? Flugverbotszonen wie in Lybien mit anschließendem Bombenkrieg ?
    Und diesmal sollen wir aktiv mit dabei sein ?
    Eigentlich dachte ich, das Leid vom 2. Weltkrieg hätte sich unlöschbar in unser Geschichtsbewußtsein eingebrannt.

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