Nach Atom-Unfall Merkel will deutsche Reaktoren prüfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine neue Atomdiskussion in Deutschland für unangebracht. Allerdings kündigte die Kanzlerin an, die deutsche Kraftwerke überprüfen zu lassen. Der Opposition reicht das nicht.
Update: 12.03.2011 - 22:24 Uhr 26 Kommentare
Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ein Einschnitt für die Welt." Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ein Einschnitt für die Welt."

(Foto: dpa)

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts des Atomunfalls in Japan die Überprüfung der Sicherheitsstandards bei den deutschen Atomkraftwerke angekündigt. Dies werde gemeinsam mit den zuständigen Länderministern geschehen. Zwar betonte Merkel, sie halte die friedliche Nutzung der Atomkraft weiter für vertretbar. „Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt“, sagte Merkel am Samstagabend in Berlin. Wenn in einem solch hoch entwickelten Land wie Japan mit höchsten Sicherheitsstandards ein solcher Unfall passiere, könne „auch Deutschland nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“. Der Sicherheit der Bevölkerung müsse sich alles andere unterordnen.

Merkel traf sich im Kanzleramt mit ihren wichtigsten Ministern - Außenminister Guido Westerwelle, Innenminister Hans-Peter Friedrich und Umweltminister Norbert Röttgen - zum Krisengipfel. „Ich finde, an einem solchen Tag darf man nicht einfach sagen, unsere Kernkraftwerke sind sicher. Sie sind sicher, und trotzdem muss man nachfragen, was ist zu lernen aus einem solchen Ereignis“, sagte Merkel. Auch auf EU-Ebene solle das Thema erörtert werde.

Es sei aber nicht der Tag, um über eine mögliche Änderung der Atompolitik von Union und FDP zu sprechen. Sicherheit sei für sie stets das oberste Gebot. Schwarz-Gelb hatte im Herbst beschlossen, die Akw-Laufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre zu verlängern.

Umweltminister Röttgen (CDU) sagte nach dem Treffen in einem Interview mit der ARD-Sendung „Tagesthemen“: „Wir betrachten sie (die Kernenergie) als Brücke, das heißt, sie ist ein Auslaufmodell.“ Die Ereignisse dieser Tage hätten bewusst gemacht, „dass wir eine andere Energieversorgung brauchen.“ Die japanischen Kernkraftwerke seien mit Blick auf die Erdbebengefährdung besonders sicher ausgelegt worden, sagte der auch für die Reaktorsicherheit zuständige Minister. „Und
trotzdem ist es passiert.“ Für eine präzise Beurteilung der Lage reichten die vorhandenen Informationen noch nicht aus, sagte Röttgen. „Wir können keine Konsequenzen ausschließen, auch nicht den äußersten Fall einer Kernschmelze.“

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) betonte, man könnte angesichts der Berichte über ausgefallene Kühlsysteme auch der Frage nachgehen, „ob auch unsere Kühlsysteme solche Anfälligkeiten haben“.
Merkel sprach von einer „außergewöhnlich ernsten Situation.“ Sie betonte, ein klares Bild der Lage ergebe sich noch nicht. Es sei nach menschlichem Ermessen aber ausgeschlossen, dass Deutschland von den Auswirkungen des Unglücks in Japan betroffen sein könnte. „Wir sehen mit Schrecken, wie ein Erdbeben, ein Tsunami - zwei Urgewalten der Natur - eines der hochentwickelsten Länder der Welt in die Katastrophe führt“, sagte Merkel. Die Schäden seien schwer fassbar. „Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt.

Westerwelle riet den Deutschen im japanischen Krisengebiet zur Ausreise, zumal auch das Auswärtige Amt nur widersprüchliche Meldungen erhalte. Nach seinen Worten leben etwa 5.000 Deutsche in Japan und rund 100 in dem von der Katastrophe am stärksten betroffenen Gebiet. Es gab aber zunächst keine Hinweise dafür, dass Deutsche zu Schaden gekommen seien. Das Auswärtige Amt geht allerdings Hinweisen nach, wonach sich ein deutscher Kernenergietechniker im Katastrophengebiet rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima aufhalten könnte.

Man stehe mit dessen Angehörigen in engem Kontakt, sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte sich eine Frau bei der dpa gemeldet, deren Mann für den französischen Atomkonzern Areva in dem Unglücksreaktor Fukushima gearbeitet haben soll.

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26 Kommentare zu "Nach Atom-Unfall: Merkel will deutsche Reaktoren prüfen "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Keine Sorge Erika wird es schon richten."

    Ihr 7 Schwaben, was wollt ihr euch schichten, um eine Ferkel zu richten?

  • Liebe Frau Steer, die letzte Seite reicht auch.
    Aber erinnern Sie sich an Mao? Der wollte auch etwas belegen und sprang in den Yanse.
    Um nun die Harmlosigkeit der AKW zu beweisen, könnte Merkel eine Runde im Reaktorbecken drehen. Das würde mich überzeugen.

  • Wer ist bereit, die gesamte Verantwortung für unsere Kinder und Enkel zu übernehmen? Die Last ist bereits so schwer, dass sie NIEMAND mehr tragen kann. DENKT AN EURE KINDER UND LASST ENDLICH DIE GELD-POLITIKER ABDANKEN. Wir brauchen Politik für die Menschen, und zwar heute noch!!!

  • Jeder Politiker, der es angesichts dieser Katastrophe wagt, das Wort "Energiemix" oder "politischer Druck" in den Mund zu nehmen, gehört bestraft. Menschen sterben, alles andere als Mitgefühl ist hier und heute moralisch nicht zu verantworten.

  • Unsere Milchkuh IM Erika sollte doch Japan gleich mal als Soforthilfe 1.000 Mrd. Euro überweisen, ist doch nur das doppelte des neuen Rettungsschirms für unsere in Not geratenene EU-Freunde, die es aber selbst verschuldet haben.

    Das Geld muß doch nicht einmal gedruckt werden. Ein Knopfdruck bei der EZB genügt doch schon und rums ist es da.

    Notfalls auch als Kredit zu 0,01 % und Endfälligkeit in 1000 Jahren.

    Keine Sorge Erika wird es schon richten.

  • Sehr richtig!

  • Bei einem Atomunfall muessen die Betreiber den Schaden nicht einmal bezahlen. Uebernimmt der Steuerzahler.Eine Einzigartigkeit im deutschen Haftungsrecht...

  • Japan plante in 2010 übrigens 14 neue AKW's:

    http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/japan-setzt-auf-atomstrom/


    Und die Atomlobby in Deutschland hat in 2010 immer wieder auf Japan/USA verwiesen. Nämlich, dass die am meisten entwickeltesten Volkswirtschaften auf Atomenergie setzen.

    Da kann man sich ja nur bei unserem Vater Gott bedanken, dass diese Katastrophe nicht in 2016 passiert ist. Dann wären gleich mehrere AKW's im Japsenland hochgegangen.

    Die Japsen sind seit den 90ern nur noch am rumjapsen (wegen dem Plaztzen der Immobilienblase). Jetzt werden die Schlitzaugen nur noch rumkrebsen.

    Nachdem die Merkel 500 Milliarden € in die Är***e der Investmentbanker geblasen hat (siehe EU-Schuldenkrisengipfel), wird sie dann mit unserem einstigen Kriegspartner (im 2. Weltkrieg) eine gemeinsame Lösung finden:

    Weitere 500 Mrd. € in bereits vollgestopfte Investmentbanker-Är***e schieben und ca. 100 Mrd. € für die Japsen, damit diese das nötige Kleingeld für erneuerbare Energien haben.

  • Frau Merkel nach dem Krisengipfel:

    "Super-GAU in Deutschland ist systemisch und alternativlos.
    Lasst uns mit der Atomlobby eine gemeinsame Lösung finden, wie wir unseren Atommüll, durch eine möglichst gewaltige Explosion, entsorgen können"

  • Unsere Schönreder...Merkel, Röttgen, Westerwelle und die Herren von der Atomlobby.
    "Alles halb so schlimm, wir sind ja nicht betroffen, uns geht es gut, erzählen sie und hier kann so etwas nicht passieren, wollen sie uns weiß machen....aber....wir lassen es jetzt mal überprüfen.

    Die denken doch tatsächlich, damit ist das Problem aus der Welt geschaffen!?

    Wie naiv muss man eigentlich sein, damit man selbst an den Schwachsinn galuben, was sie von sich geben?

    Was muss noch alles passieren, damit sie endlich von ihrem Profitdenken weg kommen?

    Die Merkel und ihr Gefolge muss abgewählt werden!!!

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