Nach Atomtest
Nordkorea drohen härtere Sanktionen

Als Reaktion auf den Atomtest Nordkoreas wird der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wohl neue Sanktionen gegen das kommunistische Land beschließen. Die Mitglieder des höchsten Uno-Gremiums sind sich im Prinzip über ein härteres Vorgehen gegen die Führung in Pjöngjang einig, hieß es in Diplomatenkreisen.

HB SEOUL/NEW YORK. Nordkorea drohen wegen seines erneuten Atomtests offenbar schärfere UN-Sanktionen. Mögliche Maßnahmen sind demnach ein Import- und Exportverbot aller Arten von Waffen und nicht nur schwerer Waffen, das Einfrieren von Vermögenswerten, Reiseverbote für Vertreter des kommunistischen Landes und Handelseinschränkungen für weitere nordkoreanische Firmen. Auch sei darüber gesprochen worden, wie bestehende Sanktionen besser durchgesetzt werden könnten, hieß es weiter. An den Gesprächen seien Vertreter der USA, Russlands, Chinas, Großbritanniens und Frankreichs sowie Japans und Südkoreas beteiligt gewesen. Der Uno-Sicherheitsrat hatte am Montag das Vorgehen des Landes einstimmig verurteilt.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner erklärte, alle Mitglieder seien sich einig, „dass etwas geschehen muss“. Ein Entwurf werde allerdings wohl nicht vor Ende der Woche verabschiedet. Experten zufolge zeigten die bisherigen Sanktionen gegen Pjöngjang kaum Wirkung, weil sie nicht vollständig umgesetzt wurden und Nordkorea bereits jetzt eines der isoliertesten Länder weltweit ist.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärfen sich derweil weiter. Nordkorea drohte am Mittwoch, amerikanische und südkoreanische Kriegsschiffe anzugreifen. Einem südkoreanischen Zeitungsbericht zufolge scheint das kommunistische Regime außerdem die Wiederaufarbeitungsanlage Yongbyon wieder in Betrieb genommen zu haben.

Südkoreas Militär und die US-Truppen im Land erhöhten ihre Alarmbereitschaft auf den höchsten Stand seit dem letzten Atomtest Nordkoreas im Jahr 2006. Die größte Tageszeitung Südkoreas „Chosun Ilbo“ berichtete unter Berufung auf Verteidigungskreise von Vorbereitungen auf einen möglichen Artillerie- oder Raketenbeschuss nahe einer umstrittenen Seegrenze an der Westküste der Halbinsel.

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