Nach Atomtest: Nordkorea lässt Nichtangriffspakt mit Südkorea platzen

Nach Atomtest
Nordkorea lässt Nichtangriffspakt mit Südkorea platzen

Nordkorea gibt sich immer aggressiver: Erst drohte das Land den USA mit einem Atomschlag, nun kündigte es den Nichtangriffspakt mit Südkorea auf. China ist „besorgt“ – zumal Südkorea scharf auf die Provokation reagierte.
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Seoul/WashingtonNach der Androhung eines atomaren Erstschlags gegen die USA hat Nordkorea auch den Nichtangriffspakt mit Südkorea aufgekündigt. Alle Übereinkommen über einen Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea seien aufgehoben, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag das staatliche „Komitee zur friedlichen Wiedervereinigung Koreas“. Auch das Rote Telefon als ständige Verbindung zum Süden werde mit sofortiger Wirkung gekappt.

Südkorea hat in scharfem Ton auf die Drohungen Nordkoreas reagiert. Das Regime von Machthaber Kim Jong Un werde zugrunde gehen, sollte es Südkorea mit Atombomben angreifen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok, am Freitag in Seoul. Auch die USA wiesen die Atombomben-Drohungen des kommunistischen Landes zurück. „Die USA sind voll und ganz in der Lage, sich gegen nordkoreanische Raketendrohungen zu verteidigen“, sagten die Sprecher von Weißem Haus und Außenministerium am Donnerstag in Washington wortgleich.

In Europa werde am Montag beraten, ob die EU über die UN-Sanktionen hinaus weitere Maßnahmen ergreifen werde, sagte Außenminister Guido Westerwelle am Freitag in Berlin. Er appellierte an China, seinen Einfluss auf Nordkorea zu nutzen, um die Provokationen und Verstöße gegen internationales Recht zu beenden.

Auch Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich „sehr besorgt“. Die Staatengemeinschaft werde sich davon aber nicht unter Druck setzen lassen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die Rechnung geht nicht auf, dass die Welt sich von Kriegsdrohungen beeindrucken lässt.“

Das Vorpreschen Nordkoreas hat mittlerweile tatsächlich die chinesische Regierung auf den Plan gerufen. „China ruft alle beteiligten Seiten auf, Ruhe zu bewahren und Zurückhaltung zu üben“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. „Alle Handlungen, die weitere Spannungen bewirken könnten“, müssten vermieden werden. China sei angesichts der Entwicklung „besorgt“, sagte die Sprecherin.

Am Donnerstag hatte der Uno-Sicherheitsrat drei Wochen nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest die Sanktionen gegen das Land verschärft – mit Chinas Unterstützung. Zuvor hatte die Führung in Pjöngjang mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA gedroht. Diese wiesen die Drohung mit dem Verweis zurück, die USA seien vollkommen in der Lage, sich gegen einen Raketenangriff aus Nordkorea zu verteidigen.

Zudem hatte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums einen weiteren Korea-Krieg angesichts einer derzeit laufenden gemeinsamen Militärübung der Streitkräfte Südkoreas und der USA für "unvermeidlich" erklärt. "Da die USA im Begriff stehen, einen Atomkrieg anzufangen, werden wir unser Recht eines präventiven Nuklearangriffs gegen die Kommandozentralen der Aggressoren ausüben, um unsere höchsten Interessen zu schützen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang.

Wenige Stunden darauf reagierten die Vereinten Nationen mit neuen Sanktionen auf den jüngsten Kernwaffenversuch des kommunistisch regierten Landes vom 12. Februar. Die Weltgemeinschaft werde das Streben Nordkoreas nach Atomwaffen nicht tolerieren, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Der Sicherheitsrat nahm die Resolution nach dreiwöchigen Verhandlungen zwischen den USA und China einstimmig an. Darin wird eine weitere Beschränkung von Finanz-Transaktionen festgelegt und ein hartes Durchgreifen gegen den Im- und Export verbotener Güter gefordert. Der Führung des verarmten Landes wird in der Entschließung die Einfuhr von Luxusgütern wie Jachten, Rennwagen, Luxusautos und Schmuck untersagt. Damit soll ein Schlupfloch geschlossen werden, da Länder bislang selbst darüber entscheiden konnten, welche Produkte Luxusgüter sind.

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Große Militärmanöver geplant

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  • TRAURIG was HIER ALLES LESEN MUSSTE VON Satane DIE nur töten lassen wollen !!! UND NICHT WISSEN , DASS NICHT BESIEGBAR wen MORAL WICHTIGER ALS DAS LEBEN UND IM WISSEN DER TOD KOMMT SOWIESO
    ABER NUR MIT LEBEN GEBEN FÜR MORAL HAB NUR BEWIESEN MENSCH WAR . MORAL WICHTIGER ALS LEBEN GEDUCKT . UND wer den BEWEIS ERST BRAUCHT : " WAR/EN MENSCH/ EN UND HÄTTEN ERNST NEHMEN SOLLEN " . . . . SATANE DIE MIT ZU STERBEN HABEN aber NICHT MORAL GENUG DAZU und SCHON NÄCHSTEN KRIEG SUCHEN . KRIEG KANN GEWINNEN ABER NICHT FRIEDEN , wenn KRIEG OHNE MORAL URSACHE WAR SONDERN MACHT ÜBER . . . .




    Lieber Allah, das Elend stinkt nach Arsch!
    Saphia Azzeddine

    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

    Jesus spricht zu ihm : Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben ; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
    Johannes 14,6


  • M.E. etwas zu locker gesehen. Wie gesagt, Irre sind gefährlich und oft unberechenbar. Hier geht's leider nicht nur um ein paar Knallfrösche, sondern um Atomwaffen, die selbst bei technisch miserabler Ausführung immer noch gewaltigen Schaden mit Langzeitfolgen anrichten können. Mir ist dabei gar nicht nach Lachen zumute.

  • Das klingt so bedrohlich als würde uns Luxemburg den Krieg erklären

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