Nach Atomtests
Angst vor Nuklearmaterial aus Nordkorea

Der Westen sorgt sich weniger vor einem direkten Angriff aus Nordkorea als vor Atomwaffen, die auf dunklen Kanälen ins Land gelangen. Die Sorge: Pjöngjang könnte verstärkt atomares Wissen und Technologie exportieren.
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SeoulNordkoreas Atomtest im Februar war nicht nur Ausdruck des Widerstands gegen internationale Sanktionen. Es war auch Werbung in eigener Sache. Zielgruppe sind dabei aus Sicht von Beobachtern weltweit alle, die Interesse am Kauf von Nuklearmaterial haben.

Zwar hat Pjöngjang mit Atomangriffen auf die USA gedroht, unmittelbar gefährlicher könnte aber die Bereitschaft Nordkoreas sein, die Technologie an Staaten zu verkaufen, die Washington als Sponsoren des Terrorismus' betrachtet. Die bedrohliche Botschaft lautet nach Ansicht von Graham Allison, Nuklearexperte an der Kennedy School der Universität Harvard: „Atomwaffen stehen zum Verkauf.“

Beim Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete im Dezember handelte es sich nach Überzeugung der Uno um einen verbotenen Test ballistischer Raketentechnologie. Am 12. Februar führte Pjöngjang zum dritten Mal einen unterirdischen Atomversuch durch und wurde dafür mit neuen Uno-Sanktionen belegt. Experten vermuten, dass Nordkorea ausreichend Nuklearmaterial für mehrere einfache Atombomben hat. Beweise, dass Pjöngjang einen für eine Rakete geeigneten Sprengkopf bauen kann, fehlen noch. Doch kann das Land möglicherweise anderen Staaten beim Aufbau atomarer Fachkenntnisse helfen, wie es in der Vergangenheit mutmaßlich bereits geschah.

Pjöngjang braucht nach eigenen Angaben Atomwaffen wegen der als feindlich betrachteten Haltung der USA, die das Ziel habe, in Nordkorea einzumarschieren. Nach Ansicht der USA, Südkoreas und anderer Staaten verfolgt das Land damit das Ziel, Unterstützung und andere Zugeständnisse zu erhalten. Sogar China, der wichtigste Verbündete des Landes, wendet sich gegen dessen atomare Ambitionen. Der Verkauf von Nuklearmaterial bringt Nordkorea Geld ein, das wiederum in die weitere Entwicklung von Waffen gesteckt werden kann, wie der Experte Shin Beomchul vom Koreanischen Institut für Verteidigungsanalysen in Seoul sagt. Seine wachsenden Fähigkeiten könnten Nordkorea für Käufer attraktiver machen, besonders dann, wenn sich herausstellen sollte, dass beim Test im Februar hoch angereichertes Uran verwendet wurde.

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  • es wird wohl noch auf der Welt einen Scharfschützen geben der noch den Arsch in der Hose hat und den kleinen Fettsack sein kleines Hirn aus dem Kopf pustet.

  • Es ist wahr, er ist fast ein Kind. Aber ein böses Kind ... und er wird erwaschen. - Also erwachen !

  • Kim Jong-un stolze 29 Jahre jong, Kind und Diktator, lasst ihn weiterspielen, rasseln. Kim Jong-un das ist KEIN Spiel es ist Angst, Panik Unverständnis. Ein Kind versetzt Nationen in Unruhe , Diskussionen und Säbelrasseln. Wo führt uns das Alles noch hin?

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