Nach Bombenanschlag
Washington sieht Ende der Assad-Regierung nahen

Der Bombenanschlag in Syrien trifft die Regierung hart. Für viele Syrer und die US-Regierung ist klar: Die Entscheidungsschlacht um die Zukunft des Landes hat begonnen. Der UN-Sicherheitsrat verschiebt eine Abstimmung.
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IstanbulDie US-Regierung sieht nach dem Bombenanschlag auf ranghohe offizielle der Regierung Assad das Ende des Regimes in Syrien nahen. Das „Wall Street Journal“ zitierte am Abend einen ranghohen Beamten der amerikanischen Regierung, wonach die Regierung die Kontrolle über das Land verliere. Es müsse verhindert werden, dass ein Machtvakuum entstehe. Aktivisten berichteten - ohne Bestätigung durch andere Quellen - die Präsidentenmaschine sei vom Flughafen Damaskus gestartet.

Der UN-Sicherheitsrat hat derweil eine für Mittwoch geplante Abstimmung über einen westlichen Resolutionsentwurf zu Syrien um einen Tag verschoben. Dies gab der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin nach einem Treffen der fünf Ständigen Mitglieder des Rates bekannt. Die Diskussionen über den Entwurf sollten am Mittwoch fortgesetzt werden.

UN-Sondervermittler Kofi Annan verurteilte das Sprengstoff-Attentat und rief den Sicherheitsrat zu entschiedenem Handeln auf. Der Anschlag mache nur noch deutlicher, dass der Sicherheitsrat dringend und bestimmt handeln müsse, sagte Annan. Er habe mit einigen Mitgliedern des Sicherheitsrates gesprochen und sie aufgefordert, gemeinsam eine Entscheidung zu treffen, die ein Ende des Blutvergießens in Syrien und Impulse für einen politischen Wandel ermögliche.

Allen Orten tun sich Beobachter damit schwer, jemanden zu finden, der noch an das politische Überleben von Präsident Baschar al-Assad glaubt. Obwohl die vorwiegend von loyalen Offizieren kommandierten Spezialeinheiten den Rebellen militärisch immer noch weit überlegen sind, erwecken die ersten Gefechte in Damaskus bei vielen Syrern den Eindruck, die Entscheidungsschlacht habe jetzt begonnen.

Am Mittwoch traf ein Anschlag das Regime mitten ins Herz, als eine Bombe vor dem Gebäude explodierte, in dem sich gerade der Krisenstab traf. Dabei wurden der Verteidigungsminister und ein Schwager von Präsident Baschar Assad getötet. Zu der Tat bekannte sich ein syrischer Rebellenkommandeur, Riad al Assad.

Heiß diskutiert wird allerdings in der Frage, wie lange dieser letzte Akt der blutigen Tragödie dauern wird. Dem diplomatischen Tauziehen zwischen dem Westen und Assads Unterstützern in Moskau und Peking schenken die Menschen in Damaskus dagegen kaum noch Beachtung. Sie stehen stattdessen am Fenster und beobachten, wie Militärhubschrauber die in Wohnvierteln versteckten Deserteure unter Beschuss nehmen.

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Regime-Gegner sind von nahendem Sieg überzeugt

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  • Nach ihrem terroristischen Bombenanschlag in Syrien frohlocken die Amerikaner und die Westerwelle-Marionette stimmt zu.
    Assad sollte nun schärfer gegen die Terror-Banditen vorgehen. Es bleibt ihm nur dieser eine Ausweg.

  • So ist es...

    1. Stufe: Drohungen gegen das Regime - und Anzettelung von Aufständen (Oppositionskämpfer) und Einsatz humanitärer Pseudoaktionen; Ziel: Destabilisierung des Landes

    Wenn das nicht wie gewünscht wirkt (siehe Syrien 2012), dann springt die 2. Stufe ein: The economic hitman (gezieltes Ausschalten der wichtigsten Getreuen eines Regimes...bzw. des Leaders selbst)...und wenn das auch nicht zur Aufgabe helfen sollte, kommt die:

    3.Stufe: Eingreifen im Land per Militärinvasion...

    Habe ich mir das ausgedacht? NEIN! 1:1 aus dem CIA Handbook zur Beseitigung eines Regimes

  • Die Terroristen können doch nur siegen weil diese von Saudi-Arabien finanziert werden und mit Waffen der USA aus der Türkei versorgt werden.

    All die welche davon sprechen, dass nach einem Sieg der Terroristen Syrien demokratisch wird, was es ja jetzt schon weitestgehend ist, werden sich noch sehr, sehr wundern. Das gilt auch für Merkel und Westerwelle.

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