Nach Bonitäts-Votum
US-Politiker stänkern gegen S&P

Die mächtige Ratingagentur S&P zweifelt an Amerikas Bonität und warnt vor dem gigantischen Schuldenberg. Die US-Regierung will das Votum der Analysten jedoch nicht so stehen lassen - und reagiert verschnupft.
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New YorkDie US-Regierung hat die Zweifel der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) an der Kreditwürdigkeit der Amerikas zurückgewiesen. Präsident Barack Obama habe einen Weg im Kampf gegen die Staatsschulden aufgezeigt, teilte das Finanzministerium mit. Republikaner und Demokraten sähen die Notwendigkeit zur Schuldenbekämpfung ein. Die US-Wirtschaft werde nach der schweren Krise stärker.

Das Finanzministerium interpretierte die Warnung von S&P zunächst als Unterstützung der Regierungsposition im Schuldenstreit - und kritisierte S&P: Die negative Einschätzung der Agentur „unterschätzt die Fähigkeit der politischen Führer Amerikas, zusammenzukommen, um die schwierigen fiskalischen Herausforderungen anzugehen, denen die Nation gegenübersteht“, sagte die Abteilungsleiterin für die Finanzmärkte, Mary Miller. „Beide politischen Parteien stimmen überein, dass es Zeit ist, das Defizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zu verringern.“

Stunden zuvor war etwas bislang Undenkbares geschehen: S&P zweifelte an der Kreditwürdigkeit Amerikas – ein Schlag ins Gesicht von Präsident Barack Obama und den Streithähnen im US-Kongress.

Die Märkte sind seitdem im Aufruhr, Anleger fliehen vor allem aus Aktien. Der Dow Jones lag am Nachmittag US-Ostküstenzeit knapp 1,7 Prozent im Minus, der Dax fiel um 2,1 Prozent auf 7026 Punkte. Der Stoxx50 verlor 1,7 Prozent, der EuroStoxx50 sogar 2,4 Prozent. Dabei gab die S&P-Warnung den Märkten den Rest: Die Diskussionen um eine mögliche Umschuldung Griechenlands und der Wahlsieg der Euro-Skeptiker in Finnland hatte den Anlegern zuvor bereits die Laune verdorben. „Da ist heute einiges zusammengekommen“, sagte ein Händler. Derweil versucht sich Washington in Krisenmanagement.

Die Ratingagentur behielt zwar die Höchstnote bei, die USA verfügen immer noch über das wichtige AAA. Den Ausblick aber stuften die Experten herunter, von „stabil“ auf „negativ“. Geschehe nicht bald etwas, dann müsse man die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit herunterstufen, drohten die S&P-Spezialisten. Dies könnte 2013 passieren – sofern sich die Politiker im Kongress nicht vorher endlich einigen.

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  • Defizit verringern
    ist meist das Selbe wie Fiskaldarvinismus.

    Es wird nachher noch welche geben, die im Lear-Jet durch die Gegend fliegen.

    Andere, die die keinen haben, wird es dann eher weniger geben.

    Wir haben es auch:
    Bei uns nennt sich das Schuldenbremse, verfassungsgerecht.

  • Die Folgekosten des Krieges sind immens. Der wirtschafft profitiert nicht von den Billionen von Dollar die geflossen sind, mit Ausnahme der Waffenlobby nur wer sich mit der Waffenlobby versteht hat Erfolgschancen auf den Titel des US Präsidenten, also ein Teufelskreislauf. Heute reicht es eben nicht mehr aus wie in den 80er Jahren mit Drogen zu dealen um Kriege zu finanzieren. Heute kostet es schlicht und einfach Dollars und die hat die USA eben nicht mehr ausreichend.

  • Bedarf es hierzu wirklich einer Ratingagentur? Amerika ist das Land des Turbo-Kapitalismus mit seinen schlimmsten Folgen. Die Keimzelle der Neoliberalen und deren absurden Markttheorien. Mit einem Finanzmarkt, der keine nachhaltigen Werte schafft, sondern Aktienkurse als erstrebenswerte Marktgröße verherrlicht. Geld als Selbstzweck. Das Schlimme ist nur, dass der Rest der Welt sich von dieser Finanzblaseneuphorie hat anstecken lassen und nfähig ist, sich aus diesem Circlus vitiosus zu befreien. Ein Schiff voller Narren, die den Tsunami gegen alle Vernunft nicht erkennen wollten und bis dato nicht wahrhaben wollen.

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