Nach britischer Gesetzesreform
Betreiber befürchten Aus für tausende Pubs

Das britische Unterhaus beschließt, eine 400 Jahre alte Gastronomie-Reglung abzuschaffen. Dadurch soll der Wettbewerb auf dem Biermarkt gefördert werden. Die Betreiber befürchten jedoch die Schließung tausender Pubs.
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LondonTausende britische Pubs fürchten nach der Verabschiedung einer Reform zur Erhöhung des Wettbewerbs auf dem Biermarkt um ihre Existenz. Die beiden größten Pub-Betreiber, Punch Taverns und Enterprise Inns, warnten am Mittwoch, dass hunderte Kneipen von der Schließung bedroht seien, womit tausende Angestellte ihre Jobs verlieren würden.

Das britische Unterhaus hatte am Dienstagabend eine Gesetzesreform verabschiedet, die eine historische Regelung abschafft, wonach die Wirte im Gegenzug für Mietnachlässe Bier nur von der jeweiligen Mutterfirma kaufen dürfen.

Die Reform, die die 400 Jahre alte "Bierbindung" abschafft, soll den Wettbewerb auf dem Markt erhöhen und damit die Kosten für alkoholische Getränke im Zaum halten. Die "Bierbindung" gilt für rund ein Drittel der 50.000 Pubs in Großbritannien.

Die Reform ließ die Aktien der Konzerne Enterprise Inns und Punch Taverns, die insgesamt mehr als 9.500 Pubs betreiben, um fast 17 Prozent einbrechen. Die beiden Konzerne kritisierten die Reform und warnten vor schädlichen Folgen für die britischen Kneipen.

Punch Taverns verwies auf Studien der Regierung, wonach die Reform die Existenz von 700 bis 1400 Pubs bedroht und damit 3700 bis 7000 Jobs kosten könnte. Die Lobbygruppe Camra, die sich für traditionelle Biersorten einsetzt, begrüßte dagegen die Abschaffung der "Bierbindung". Wenn mehr als 13.000 Kneipenbetreiber ihr Bier auf dem freien Markt zu günstigeren Preisen kaufen könnten, werde dies helfen, ihr Überleben zu sichern und für günstige Getränkepreise zu sorgen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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