Nach Castro-Erkrankung
Rice ruft Kubaner zu Reformen auf

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die Kubaner in einer direkt nach Kuba übertragenen Radioansprache ermuntert, aktiv zu werden.

HB WASHINGTON/HAVANNA. Ohne auf die Krankheit von Kubas Staatschef Fidel Castro einzugehen, rief sie die Menschen am Freitagabend (Ortszeit) auf, sich für „positive Veränderungen“ einzusetzen. Rice habe vor allem der Sorge vor einer US- Invasion entgegentreten wollen, berichtete die „New York Times“ am Samstag. Castro (79) hatte wegen einer Darmoperation am vergangenen Montag die Regierungsgeschäfte vorübergehend an seinen Bruder Raul (75) übergeben. Nach Regierungsangaben ist er inzwischen auf dem Weg der Besserung. Keiner der beiden Castro-Brüder war diese Woche in der Öffentlichkeit oder im Fernsehen zu sehen gewesen.

Die USA hielten humanitäre Hilfe bereit, sagte Rice in der Ansprache, die von Radio Marti und TV Marti, einem speziell für Kuba produzierten US-Programm, übertragen wurde. „Die USA respektieren eure Hoffnungen als souveräne Bürger“, sagte Rice. Die USA wünschten sich ein freies, unabhängiges Kuba, das ein enger Verbündeter werde. Es ist unklar, wie viele Kubaner den Marti-Sender empfangen können. Die kubanische Regierung tut alles, um die Signale zu stören. Präsident George W. Bush hatte die Kubaner am Donnerstag in einer Erklärung des Weißen Hauses aufgefordert, für den demokratischen Wandel auf der Insel zu arbeiten.

Nach Regierungsangaben geht es Fidel Castro nach dem Eingriff wegen einer Darmblutung besser. „Fidel hat sich einer Operation unterzogen, von der er sich zur Zufriedenheit erholt“, sagte der kubanische Gesundheitsminister Jose Ramon Balaguer am Freitag (Ortszeit) bei einem Besuch in Guatemala-Stadt. Castro habe „aus allen Ecken der Welt“ Unterstützungsbotschaften und Genesungswünsche erhalten.

Die kubanische Bischofskonferenz rief die Gläubigen am Freitag auf, für den Revolutionsführer und die von Castro eingesetzte provisorische Regierung zu beten. Die Erklärung sollte am Sonntag in allen Kirchen des Landes verlesen werden. Darin heißt es, dass der schwierige Gesundheitszustand des Präsidenten einen außergewöhnlichen Moment für das kubanische Volk darstelle. „Die katholische Kirche - als Teil dieses Volkes - teilt die Sorgen aller Gläubigen“, erklärte die Konferenz weiter. „Wir vertrauen uns in dieser historischen Stunde der Gottesmutter Caridad del Cobre, der Patronin von Kuba, an, mit dem Wunsch nach Frieden und nach einem brüderlichen Zusammenleben aller Kubaner.“

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