Nach Cyber-Attacke
Südkorea droht mit Rache

Eine Cyber-Attacke zerstörte das Redaktionssystem der südkoreanischen Zeitung „JoongAng Ilbo“. Hinter dem Angriff könnte Nordkorea stecken. Die Regierung in Seoul droht bei weiteren Angriffen mit Vergeltung.
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SeoulNach einer mutmaßlichen Cyber-Attacke Nordkoreas auf eine südkoreanische Zeitung hat die Regierung in Seoul mit "unmittelbarer" Vergeltung im Falle weiterer Angriffe gedroht. Die südkoreanische Armee halte zur Abschreckung Nordkoreas mehrere Militärmanöver ab, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Die Zeitung "JoongAng Ilbo" hatte zuvor von einem Hackerangriff auf ihr Redaktionssystem berichtet.

Grund für die unangekündigten Manöver sei "eine Reihe auffälliger Aktivitäten", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Mit dem Manöver solle der Norden abgeschreckt werden "zu versuchen, uns zu provozieren", sagte der Sprecher weiter. Nordkoreanische Kampfflugzeuge seien zudem in jüngster Zeit sehr nah an die innerkoreanische Grenze geflogen.

Die Zeitung "JoongAng Ilbo" hatte am Montag berichtet, dass ihr Redaktionssystem bei der Cyber-Attacke am Samstagabend zerstört und die Produktion damit unterbrochen worden sei. Zudem seien die Datenbanken für Artikel und Fotos verlorengegangen. Betroffen sei auch die zum selben Verlag gehörende Zeitung "Korea JoongAng", berichtete das englischsprachige Blatt weiter. Beide Zeitungen wollen demnach nun ein neues Betriebssystem installieren und nutzen schon einen anderen Server.

Der Zeitung zufolge prüfen Ermittler, ob Nordkorea hinter dem Computer-Angriff stecken könnte. Anfang des Monats hatte die nordkoreanische Armee damit gedroht, die Redaktionsräume mehrerer südkoreanischer Zeitungen und Fernsehsender mit Raketen zu beschießen, nachdem diese kritisch über eine Massenveranstaltung mit Kindern in Pjöngjang berichtet hatten.

Nach südkoreanischen Angaben verfügt der Norden über eine Elite-Einheit von Hackern. Seoul wirft seinem Nachbarn vor, auch hinter Cyber-Angriffen auf Internetseiten der südkoreanischen Regierung und auf Finanzinstitutionen im Juli 2009 und im März 2011 zu stecken. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel waren seit der Machtübernahme Kim Jong Uns in Nordkorea im Dezember 2011 gestiegen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang drohte dem Süden in diesem Jahr bereits mehrfach mit einem "heiligen Krieg".

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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