Nach Cyberattacke auf Sony
Nordkoreas Internet-Verbindung funktioniert offenbar nicht

Die Internet-Verbindung zu Nordkorea scheint nicht zu funktionieren. Ein US-Unternehmen glaubt, es könnte sich um eine Cyberattacke handeln. Ist es die durch Präsident Barack Obama angekündigte Antwort auf den Sony-Hack?
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WashingtonDie ohnehin störanfälligen Internet-Verbindungen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt sind am Montag offenbar weggebrochen. Die Probleme hätten am vergangenen Wochenende begonnen und sich seitdem stetig verschlimmertet, sagte Doug Madory, Direktor der US-Analysefirma Dyn Research, am Montag. Inzwischen sei Nordkorea an dem Punkt angelangt, an dem „überhaupt nichts“ mehr gehe. „Ich würde mich nicht wundern, wenn sie gerade eine Attacke abkriegen“, sagte Madory weiter.

Beobachter vermuteten hinter den Internet-Problemen Nordkoreas eine mögliche Retourkutsche der USA.

Die US-Regierung hatte Nordkorea für eine Hacker-Attacke auf das Unternehmen Sony Pictures verantwortlich gemacht und am Montag vorgeschlagen, Nordkorea solle dafür Entschädigung zahlen. „Wenn sie hier behilflich sein wollen, dann sollten sie ihre Schuld eingestehen und Sony entschädigen“, sagte US-Vize-Außenamtssprecherin Marie Harf vor Journalisten in Washington.

US-Präsident Barack Obama hatte am Sonntag dem Nachrichtensender CNN gesagt, Nordkorea solle wegen der Hacker-Attacke auf Sony möglicherweise nach sechs Jahren wieder auf die Liste der Terrorunterstützer-Staaten gesetzt werden.

Die US-Regierung hatte zudem mitgeteilt, sie prüfe eine Reihe von Optionen, um gegen die Internet-Attacke auf Sony Pictures vorzugehen. Darunter seien sichtbare und unsichtbare Varianten, erläuterte Harf, die sich ansonsten nicht zu der Frage äußern wollte, ob die Internet-Pannen in Nordkorea von außen verursacht sein könnten.

Eine Attacke anonymer Hacker und mysteriöse Anschlagsdrohungen auf US-Kinos hatten Sony bewogen, den für kommenden Donnerstag geplanten Filmstart von „The Interview“ abzusagen. Dem Konzern entstand dadurch nach Expertenschätzung ein Schaden von einer halben Milliarde Dollar. Nach Erkenntnissen des FBI steht die Regierung in Pjöngjang hinter dem Angriff.

Im Zentrum der Affäre steht eine Gruppe mit dem Namen Guardians of Peace (GOP), die Ende November einen Cyberangriff auf Sony gestartet und interne Dokumente und E-Mails veröffentlicht hatte. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen der Parodie „The Interview“, in der es um ein angebliches Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht, ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Daraufhin entschieden mehrere Kinoketten, den Film aus dem Programm zu nehmen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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