Nach Davos-Eklat
Erdogan: Palästinensergebiete sind Freilichtgefängnis

Nach dem Eklat um den türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, bei dem dieser wütend eine Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos verließ, sorgt Erdogan erneut für Zündstoff. Erdogan bezeichnete die von Israel kontrollierten Palästinensergebiete als Freilichtgefängnis.

HB WASHINGTON/ISTANBUL. In einem am Samstag von der "Washington Post" veröffentlichten Interview stellte er zugleich die politische Isolierung der radikal-islamischen Hamas infrage.

"Hamas ist als politische Partei bei den Wahlen angetreten. Hätte die ganze Welt ihnen die Chance gegeben ein politischer Akteur zu werden, wären sie nach dem Wahlsieg vielleicht nicht in diese Situation gekommen. Die Welt hat den politischen Willen des palästinensischen Volkes nicht respektiert", sagte Erdogan. Fast alle westliche Regierungen unterhalten keine offiziellen Kontakte zur Hamas, weil diese eine formale Anerkennung Israels verweigert hat.

"Palästina ist heute ein Freilichtgefängnis. Die Hamas konnte diese Situation nicht ändern, so sehr sie es versucht hat. Stellen Sie sich vor, Sie verhaften den Parlamentspräsidenten eines Landes und auch einige Minister und Parlamentsabgeordnete. Und dann wird erwartet, dass sie sich fügen", sagte Erdogan.

Das Interview wurde offensichtlich vor dem Eklat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wegen der Militärschläge im Gazastreifen geführt. Erdogan hatte am Donnerstagabend im Streit um den israelischen Militäreinsatz und im Ärger über die Moderation einer Gesprächsrunde Davos wütend verlassen.

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