Nach dem Atomdeal
Irans Präsident glaubt an Annährung an die USA

Ein erster Schritt ist gemacht: Der iranische Präsident Hassan Ruhani sieht das Atomabkommen als Anfang vom Ende der Feindschaft zwischen dem Iran und den USA. Einen Schritt auf Washington zu, macht der Iran bereits.

Washington, TeheranIrans Präsident Hassan Ruhani hat das historische Atomabkommen als ersten wichtigen Schritt zum Abbau der Feindschaft mit den USA bezeichnet. Eine Annäherung brauche aber Zeit, sagte Ruhani in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des amerikanischen TV-Senders CBS weiter.

Die Meinungsverschiedenheiten und das Misstrauen seien nicht so schnell aus der Welt zu schaffen. Er sei aber zuversichtlich, dass das iranische Parlament und der nationale Sicherheitsrat der Vereinbarung zustimmen werden. Auch die mächtigen Revolutionsgarden würden es dann respektieren. Schließlich zeigten Umfragen, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Abkommen stehe.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran im Juli auf eine Kontrolle des umstrittenen Atomprogramms der Islamischen Republik geeinigt. Damit ist auch der Weg für die Aufhebung der westlichen Wirtschaftssanktionen frei, die schrittweise gelockert werden sollen. Mit der Vereinbarung soll verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen bauen kann. Die Islamische Republik hat eine solche Absicht stets bestritten.

Indes hat der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Proben aus der umstrittenen Militäranlage Partschin übergeben. Die „Umweltproben von gewissen Orten innerhalb des Partschin-Komplexes" seien vergangene Woche von iranischen Experten in Abwesenheit von Inspekteuren der IAEA entnommen worden, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Montag. Die IAEA dringt seit Jahren auf die Klärung des Verdachts, dass in Partschin Sprengstofftests zur Entwicklung von Atomwaffen vorgenommen wurden.

Nach jahrelangem Drängen hatte der IAEA-Generaldirektor Yukia Amano am Sonntag überraschend Zugang zu der Militäranlage bei Teheran erhalten. Laut Kamalwandi inspizierte Amano im Rahmen eines offiziellen Besuchs mehrere Werkstätten in Partschin, zu denen es "falsche Informationen" gegeben habe. Eine Inspektion des Stützpunkts südöstlich von Teheran gehörte seit Jahren zu den Kernforderungen der IAEA. Die UN-Organisation hatte den Verdacht, dass der Iran dort Sprengstofftests für die Entwicklung von Atomsprengköpfen vornahm.

Die iranische Regierung bestritt dies und lehnte eine Inspektion von Partschin ab, weil es sich um einen Militärstützpunkt und nicht um eine Atomanlage handle. Eine Klärung der Vorwürfe sowie der Verdächtigungen, dass der Iran bis zum Jahr 2003 ein militärisches Atomprogramm betrieben habe, ist aber notwendig, damit die IAEA grünes Licht für das Mitte Juli zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten und Deutschland geschlossene Atomabkommen geben kann. Die IAEA will bis Mitte Dezember einen abschließenden Bericht zu den Vorwürfen vorlegen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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