Nach dem Brexit-Votum
Europäische Investitionsbank stellt sich auf Probleme ein

Der Austritt der Briten aus der EU könnte für die Europäische Investitionsbank (EIB) zu einem schwierigen Prozess werden. Schließlich ist Großbritannien einer der wichtigsten Anteilseigner des Instituts.

BratislavaDer angekündigte Austritt Großbritanniens aus der EU wird für die Europäische Investitionsbank (EIB) nach Worten ihres Präsidenten Probleme nach sich ziehen. Großbritannien sei ein wichtiger Anteilseigner der EU-Bank, deshalb sei der geplante Brexit auch für die EIB ein schwieriger Prozess, sagte Werner Hoyer in Bratislava.

Hoyer rechnete damit, dass die Beziehung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union mehrere Jahre lang von Unsicherheit geprägt sein wird. "Und abhängig davon ist natürlich auch die Frage, wie das Verhältnis zwischen Großbritannien und der Europäischen Investitionsbank sein wird."

Die EIB spielt eine Schlüsselrolle bei einem EU-Programm, das Investitionen von 315 Milliarden Euro auslösen soll. Eigner der EIB sind die EU-Mitgliedsstaaten. Vom Grundkapital in Höhe von 243 Milliarden Euro, sind nur 21 Milliarden Euro tatsächlich eingezahlt. Die übrige Summe kann bei Bedarf abgerufen werden.

Der Anteil von Großbritannien beträgt 16 Prozent oder 3,4 Milliarden Euro. Wenn Großbritannien die EU verlässt, müsste auch der Beitrag abgezogen werden, weil nur EU-Mitgliedsstaaten in der EIB vertreten sind. Andernfalls müssten EU-Verträge geändert werden.

Einem EU-Vertreter zufolge könnte der Rückzug aus der EIB aber schrittweise erfolgen, um die Auswirkungen abzumildern. Auch wäre es möglich, dass die anderen EU-Länder den britischen EIB-Anteil übernehmen, um die Kreditmöglichkeiten auf dem gleichen Stand zu halten. Weil die konkreten Brexit-Verhandlungen nach dem Referendum im Juni noch nicht begonnen haben, seien auch die Folgen für die EIB noch nicht erörtert worden, sagte der EU-Vertreter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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