Nach dem Bürgerkrieg
So stellt sich Assad Syriens Zukunft vor

Mehr als die Hälfte der Syrer musste ihre Häuser verlassen. Während vielerorts noch gekämpft wird, plant die Regierung schon für die Zeit danach. Es soll nicht nur neue Straßen geben, sondern eine neue Gesellschaft.
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DamaskusWenn es Nacht wird in Aleppo gleicht das Viertel unterhalb der alten Zitadelle einer Geisterstadt. Kaum ein Licht brennt hinter den ausgebombten, leeren Fenstern. Kaum ein Schritt hallt vom Kopfsteinpflaster wieder in der früheren Millionenstadt. Nur das Rattern des Rolltores weht durch die Straßen, wenn Abu Adel seinen kleinen Kiosk schließt. Dann geht er zwei Stockwerke höher in sein neues Zuhause.

Knapp hinter dem Haus verlief bis vor wenigen Monaten die Frontlinie. Große Teile des historischen Marktes liegen in Trümmern. Als Abu Adel mit seiner Familie aus dem Umland von Aleppo vor dem IS flieht, wohnt kaum noch jemand in der Gegend. „Ich habe mich am Anfang gefühlt wie ein Tier“, sagt der ältere Mann. „Es gab kein Wasser, keinen Strom.“ Seit das syrische Militär die Rebellen aber vertrieben und Ost-Aleppo befreit habe, gehe es bergauf. „Ich habe meinen Kiosk hier auch aufgemacht, damit die Menschen sehen, dass man hier wieder gut leben kann.“

Seit die Rebellen im Dezember vergangenen Jahres Aleppo verlassen haben sind nach UN-Angaben schon mehr als 200.000 Menschen in die zum Teil völlig zerstörten Gebiete in Ost-Aleppo zurückgekehrt. Und nicht alle haben vorher dort gewohnt. Auch Abu Adel hat mit seiner Familie eine Wohnung in Aleppos Altstadt besetzt, die er verlassen vorgefunden hatte.

Die Gesellschaft in Syrien verändert sich durch den Krieg. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat wegen Kämpfen und Vertreibungen ihre Häuser verlassen. Ein großer Teil floh ins Ausland, Millionen andere sind innerhalb Syriens umgesiedelt. Ganze Städte und Landstriche werden neu zusammengesetzt. Während der Krieg noch in vielen Teilen des Landes wütet, plant die Führung in Damaskus schon die Zukunft des Landes und den Wiederaufbau. Nichtregierungsorganisationen werfen Präsident Baschar al-Assad vor, die Bevölkerungszusammensetzung gezielt zu manipulieren.

In einem verglasten, futuristischen Bau nahe des Zentrums von Damaskus flimmert die Vision des neuen Syriens über einen riesigen Bildschirm. Moderne Hochhäuser für mehr als 65.000 Menschen erheben sich aus der Wüste, Fahrradwege schlängeln sich durch Parks und Einkaufszentren laden zum Bummeln ein. „Wir bauen hier eine Gegend wieder auf, die sich sehr davon unterscheiden wird, wie es hier vorher ausgesehen hat“, sagt Dschamal Jussef, der Leiter des „Projekts 66“.

Der Name geht auf das Dekret 66 zurück, das Präsident Assad im Jahr 2012, kurz nach Ausbruch der Revolution, unterschrieben hat. Offiziell soll es Gegenden neu erschließen, in denen ohne Genehmigung gebaut wurde. Das Areal im Stadtteil Mezzeh soll so ein Gebiet gewesen sein. Es war zu Beginn der Revolution aber auch eine Hochburg der syrischen Opposition gegen den Präsidenten.

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Hunderttausende Zivilisten vertrieben

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  • Dass sich in Syrien manches geändert hat, wird jeder verstehen. Auch die Möglichkeit, jetzt neue Stadtteile zu errichten soll genutzt werden.. Was Assad für ein Mensch ist, wissen wir nur aus der Propaganda der westlichen Wertegemeinschaft. Man soll ruhig alle Beschuldigungen überprüfen. Nur nicht das übernehmen, was uns die Aktivsten erzählen.
    Die Huffpost versucht es schon wieder, vertriebene moderate Rebellen zu bedauern, die ihre angestammte Heimat verlieren. Über die Hälfte der Rebellen stammt nicht aus Syrien.

  • Ich hoffe, dass der Krieg bald vorbei ist. Assad ist sicherlich kein Wunschpolitiker, allerdings auch nicht der schlechteste Politiker der Region.

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