Nach dem Hurrikan
US-Katastrophenschutzchef geht

Der Direktor der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Michael Brown, hat am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Brown reagierte damit auf die heftige Kritik an seiner Behörde nach dem Hurrikan „Katrina“.

HB WASHINGTON/NEW ORLEANS. Bereits am Freitag hatte US-Präsident George W. Bush Brown die Leitung der Hilfsmaßnahmen entzogen. „Ich werde heute meinen Rücktritt einreichen“, sagte Brown. „Ich denke, es ist im besten Interesse der Behörde und des Präsidenten, dies zu tun, damit die Medien sich auf die guten Dinge konzentrieren, die geschehen, statt auf mich.“

Der Fema wurde vorgehalten, zu spät und zu zögerlich auf die von dem Hurrikan verursachte Flutkatastrophe in den Südstaaten reagiert zu haben. Die Leitung der Bergungs- und Rettungsarbeiten im Krisengebiet übernahm bereits am Freitag Thad Allen, ein Vizeadmiral der Küstenwache.

Präsident Bush hatte zuvor noch einmal betont, die Hilfen in New Orleans nach dem Hurrikan „Katrina“ seien nicht zu langsam angelaufen. Auch seien dabei keine Schwarzen diskriminiert worden. „Meine Einschätzung ist: Der Sturm hat niemanden diskriminiert und das gilt auch für die Rettungsbemühungen“, sagte Bush am Montag bei seinem dritten Besuch in der am schlimmsten betroffenen Stadt New Orleans. „Als die Hubschrauber von der Küstenwache Leute von den Dächern geholt haben, haben sie nicht die Hautfarbe der Leute überprüft. Sie wollten Leben retten“, sagte Bush.

Erstmals besichtigte Bush nun auch das Zentrum von New Orleans. Dabei fuhr er in einem offenen Militärlaster durch die noch überfluteten Straßen - vorbei an zerstörten Häusern, entwurzelten Bäumen und inmitten übel riechender, schwarzer Schlammfluten. Begleitet wurde er vom Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, und der Gouverneurin des US-Bundesstaates Louisiana, Kathleen Blanco. In Umfragen war Bushs Popularität jüngst deutlich gesunken. Ihm wurde auch vorgeworfen, nicht über ausreichend aktuelle Informationen über die Lage vor Ort zu verfügen und das Ausmaß der Katastrophe lange unterschätzt zu haben.

Den Vorwurf, wegen des Irak-Kriegs stünden nicht ausreichend Einsatzkräfte in den Katastrophengebieten zur Verfügung, wies Bush als „absurd“ zurück. „Wir haben genügend Soldaten, um beides zu tun“, sagte er.

Derzeit steht New Orleans noch zu 40 Prozent unter Wasser, das mit Bakterien verseucht ist. Die meisten der 450.000 Einwohner der Stadt sind in Notunterkünften oder bei Freunden und Verwandten untergebracht. Die offizielle Totenzahl liegt bei mehr als 400.

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