Nach dem Krieg
USA gewährten Nazis Unterschlupf

Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg etliche deutsche Nazis aufgenommen. Das geht aus einem Bericht des US-Justizministeriums hervor, der eigentlich nicht zur Veröffentlichung bestimmt war. Besonders der Geheimdienst soll eng mit führenden Köpfen des Hitler-Regimes zusammengearbeitet haben.
  • 2

HB WASHINGTON. Zuflucht für Verfolger und Verfolgte zugleich: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg deutschen Nazis willentlich Unterschlupf gewährt. Wie die „New York Times“ am Sonntag berichtete, liefere ein rund 600 Seiten umfassender, eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedachter Report des Justizministeriums dafür neue Beweise. Demnach habe zum Beispiel der US-Geheimdienst CIA in den Nachkriegsjahren bewusst mit Helfern des Hitler-Regimes zusammengearbeitet, um von deren Wissen zu profitieren. Die Nationalsozialisten hätten ins Land kommen dürfen, obwohl ihre dunkle Vergangenheit bei den US-Behörden bekannt gewesen sei.

Der Bericht spreche von der „Kollaboration der Regierung mit den Verfolgern“, zitiert die Zeitung. „Amerika, das sich als sicherer Hafen für die Verfolgten rühmte, wurde - in einem kleinen Maße - auch ein sicherer Hafen für die Verfolger“, heißt es weiter. Die USA hätten deswegen in zahlreichen Fällen diplomatischen Streit mit anderen Ländern gehabt.

Der Bericht schildere die Erfolge und Fehler einer speziellen Untersuchungseinheit des Justizministeriums über die Nazi-Verfolgung in den USA. Die Gruppe aus Anwälten, Geschichtsexperten und Kriminalisten wurde 1979 unter anderem eingesetzt, um in den USA lebende Hitler-Getreue zu überführen, damit sie des Landes verwiesen werden konnten. Ungefähr 300 Nazi-Schergen seien seit Gründung der Spezialeinheit deportiert worden. Die Abteilung sei mittlerweile mit einem anderen Teil des Ministeriums verschmolzen worden.

Insgesamt hätten es - so der Bericht weiter - weit weniger als 10 000 Nazis aus Deutschland in die USA geschafft. Die Zahl sei damit deutlich geringer als in offiziellen Darstellungen von US-Behörden angegeben.

Das seit 2006 existierende Papier sollte eigentlich niemals an die Öffentlichkeit gelangen, da es nach Angaben der Behörde nicht formal fertiggestellt worden sei und faktische Fehler enthalte. Das Ministerium habe aber eingelenkt, nachdem eine private Forschungsgruppe mit einer Klage auf Freigabe drohte. Der „New York Times“ liege nun eine vollständige Version des Reports vor.

Kommentare zu " Nach dem Krieg: USA gewährten Nazis Unterschlupf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • die bergündung ist lapidar wenn man sich mal darauf besinnt, was bush großvater mit den nazis alles gemeinsame sache machte, um sein vermögen immens aufzubessern und das cia war sicher auch darin verstrickt.

  • Als ich nach Deutschland kam erzählte man sich einen "Witz"
    Fritzchen zu seinem Freund,
    mein Opa ist im KZ gestorben.Der Freund zu Fritzchen,meiner auch,er ist besoffen vom Wachturm gefallen.
    im Ausland galten ALLE Deutschen nach dieser Zeit um 1945 als Nazis ! Wenn sie nun die Einwanderer aus Deutschland mit dem begriff Nazis gleichsetzen kommen sie auf eine realistische Zahl.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%