Nach dem Machtwechsel
Rebellen in Libyen wollen Geld sehen

Die libyischen Rebellen haben die Macht in der Hauptstadt Tripolis. Sie hätten gerne finanzielle Unterstützung. Sie fordern unterschiedlich hohe Summen, haben aber auch Vorstellungen woher das Geld kommen könnte.
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Doha/TripolisNach der Machtübernahme in der Hauptstadt Tripolis haben die libyschen Rebellen die internationale Gemeinschaft zur Freigabe von fünf Milliarden Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) für humanitäre Zwecke aufgefordert. Die Summe könne aus den in aller Welt eingefrorenen libyschen Staatsgeldern bestritten werden, sagte ein Vertreter der Aufständischen am Mittwoch beim Treffen der sogenannten Libyen-Kontaktgruppe in Doha. Nach seinen Worten erfuhr der Vorschlag bei der Zusammenkunft Zustimmung.

Zunächst hatten die Rebellen 2,5 Milliarden Dollar gefordert. An der Sitzung der Kontaktgruppe im Emirat Katar nahmen unter anderem Vertreter Deutschlands, der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und der Türkei teil.

Für Donnerstag ist ein weiteres Treffen der Gruppe in Istanbul geplant, zu dem nach Angaben aus türkischen Diplomatenkreisen auch der Regierungschef der Rebellen, Mahmud Dschibril, erwartet wird. Am Mittwochabend diskutierte außerdem der UN-Sicherheitsrat in New York über einen US-Vorschlag zur Freigabe eingefrorener libyscher Gelder zugunsten der Rebellen.

Politische Vorhaben haben die Aufständischen auch. Sie planen die Bildung eines Kabinetts. Das sagte Rebellenführer Mahmud Dschibril nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy am Mittwochabend in Paris.

Geplant sei außerdem die Einrichtung eines Nationalkongress, der wiederum ein Komitee zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung bilden solle, sagte der Vorsitzende des Exekutivausschusses des Übergangsrats. Zuerst solle ein Parlament gewählt werden, später werde eine Präsidentenwahl folgen. In Tripolis dauerten unterdessen die Kämpfe zwischen Rebellen und Anhängern des langjährigen Machthabers Mummar al Gaddafi an.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Welche Machtuebernahme ?

  • gaddafi und andere planten eine neue afrikanische leitwährung (goldgedeckt) zu installieren, diese hätte wohl die CFA Franc zone aufgerieben und man hätte dollar entsorgen können - ein teil des eingefrorenen lybischen staatsgelds war wohl für die finanzierung des projekts vorgesehen. auch für ein wasserprojekt sind jetzt die mittel eingefroren. in afrika ist gaddafi nicht so unbeliebt gewesen wie es scheint.
    wie die Putschisten das geld investieren wird sich zeigen - vielleicht haben sie weniger ehrgeizige pläne und kaufen erst mal neue S-Klassen bei uns.

    (CFA-FRANC-ZONE):
    http://de.wikipedia.org/wiki/CFA-Franc-Zone

  • Das es nach einer solchen Machtablösung Mittel bedarf ist unbestritten. Nur die Verteilung an integere Personen in Lybien ist die quadratur des Kreises. In einem Land das mit dem Wort Bakschisch eigentlich Korruption meint kann es schnell passieren das der alte Diktator nur von einem Neuen abgelöst wird. Dann sehen wir mal in dem Bermuda Dreieck der Lybischen Finanzpolitik nach was von den fünf Milliarden noch übrig ist und vor allem wo das Geld gelandet ist

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