Nach dem neuen Atomtest: Nordkorea-Debatte setzt China unter Zugzwang

Nach dem neuen Atomtest
Nordkorea-Debatte setzt China unter Zugzwang

Der neue Atomtest in Nordkorea könnte einen Rüstungswettlauf in der Region auslösen. Südkorea will neue Raketen mit größerer Reichweite bauen. Die Politik ist alarmiert und hofft, dass China Pjöngjang zur Räson bringt.
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BerlinDie Lage in der Asien-Pazifik-Region ist kritisch: Einen Tag nach dem weltweit verurteilten Atomtest droht Nordkorea erneut mit weiteren Maßnahmen. Gleichzeitig kündigt Südkorea an, die Entwicklung neuer Raketen mit höherer Reichweite voranzutreiben. Die Entwicklung von ballistischen Raketen mit einer Reichweite von 800 Kilometern werde beschleunigt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch vor Journalisten in Seoul mit.

Die USA hatten Südkorea im vergangenen Jahr den Bau neuer ballistischer Raketen zugestanden, die mit 800 Kilometern Reichweite ganz Nordkorea erreichen können. Davor waren dem US-Bündnispartner nur Raketen mit maximal 300 Kilometern Reichweite erlaubt.

Nordkorea hatte am Dienstag als Antwort auf die Ausweitung von UN-Sanktionen gegen das Land einen dritten Atomtest unternommen. Bereits im Januar hatte Nordkorea unter anderem die Möglichkeit neuer Verhandlungen über sein Atomprogramm ausgeschlossen.

Die Gemengelage ist schwierig – vor allem für den Westen. Es hat den Anschein, als seien die Mittel der internationalen Gemeinschaft erschöpft, deeskalierend in den Konflikt einzugreifen. Immer mehr Politiker sind inzwischen der Überzeug, dass es im Fall Nordkoreas auf China ankommt. Zwar drängte die Volksrepublik bereits Südkorea und die USA, sich für die Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über das Atomprogramm Nordkoreas einzusetzen. Außenminister Yang Jiechi rief seinen US-Amtskollegen John Kerry in einem Telefongespräch auf, zu den sogenannten Sechser-Gesprächen zurückzukehren, wie das Außenministerium in Peking mitteilte. Doch reicht das?

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), sieht auch China in der Pflicht, Strafmaßnahmen zu verhängen. Vor dem Hintergrund, dass Nordkorea und China jeweils eine neue Führung haben, sei der Atomtest „auch als Signal des Selbstbewusstseins von Nordkorea gegenüber China zu werten und als Test, wie weit man ungestraft gehen kann“, sagte Polenz Handelsblatt Online. „Es ist deshalb wichtig, dass China sich zu einer für Nordkorea fühlbaren Reaktion entschließt und auch zu wirtschaftlichen Sanktionen greift.“

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    Schönen Tag noch

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