Nach dem Referendum
Der neue Staat Montenegro bringt Brüssel in die Bredouille

Nachdem sich Montenegro von Serbien losgesagt hat, reiht es sich in die lange Schlange der EU-Anwärter auf dem Balkan ein. Das bringt die Europäische Union in Verlegenheit.

BRÜSSEL. Sowohl die Europäische Kommission als auch Rat und Parlament versprachen, das Ergebnis zu respektieren und sich für eine Annäherung Montenegros an die EU einzusetzen. Allerdings könnte die Unabhängigkeitsentscheidung die Lage auf dem Westbalkan noch komplizierter machen und die Erweiterungspolitik durchkreuzen.

Die EU werde das Ergebnis des Referendums respektieren, sagte Chefdiplomat Javier Solana. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der EU-Kommission. „Wir fordern alle Parteien und Bürger in Montenegro auf, die Einheit zu wahren und einen Konsens über die Zukunft der Republik auf der Basis europäischer Werte und Normen herbeizuführen“, sagte er.

Solana machte jedoch keinen Hehl daraus, dass er sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Bevor er auf Montenegro zu sprechen kam, ließ er sich ausführlich zur Lage in Bosnien-Herzegowina und in Darfur aus. Außerdem vermied er es, sich zu möglichen Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen festzulegen. Es gebe noch keinen Termin für Gespräche mit Montenegro, sagte er. Solana hatte dem Land 2003 einen Staatenbund mit Serbien aufgezwungen. Um die Unabhängigkeit zu erschweren, hatte er beim Referendum zudem die ungewöhnliche 55-Prozent-Schwelle durchgesetzt.

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