Nach dem Rücktritt von Staatschef Mesa
Oberster Richter ist Interimspräsident Boliviens

Nach dem Rücktritt von Boliviens Präsident Carlos Mesa hat der Kongress des Landes den Vorsitzenden des Obersten Gerichts, Eduardo Rodriguez, als zeitweiligen Nachfolger vereidigt. Damit wurde der Weg für vorgezogene Wahlen geebnet.

HB LA PAZ. Unter dem Druck von Massenkundgebungen hatten die Präsidenten der beiden Parlamentskammern zuvor auf ihr verfassungsmäßiges Recht verzichtet, die Nachfolge Mesas anzutreten.

Präsident Mesa war am Montag zurückgetreten, um nach eigenen Angaben einen Bürgerkrieg zu verhindern und Neuwahlen zu ermöglichen. Seit Wochen kommt es wegen des Streits um die Ausbeutung von Bodenschätzen zu Straßenblockaden und Massenprotesten. Am Donnerstag blieben alle 27 Flughäfen des Landes wegen eines unbefristeten Streiks geschlossen. Im ganzen Land sind Lebensmittel und Benzin knapp.

Die Demonstranten fordern die Verstaatlichung der Erdgasindustrie, damit die Erträge breiten verarmten Schichten des ärmsten Landes Südamerikas zugute kommen. Die demonstrierenden Indios fordern werfen der von Europäern abstammenden Elite des Landes sowie ausländischen Unternehmen vor, einseitig von der Verwertung der Bodenschätze zu profitieren. Bolivien hat die zweitgrößten Gasvorkommen Lateinamerikas.

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