Nach dem Tod Nijasows
Turkmenistan sagt störungsfreie Gaslieferungen zu

Die turkmenische Übergangsführung hat nach dem Tod von Präsident Saparmurad Nijasow die störungsfreie Lieferung von Gas und Öl zugesagt. Ausländische Abnehmer hätten keinen Grund zur Sorge, sagte Interimspräsident Gurbanguly Berdymuchammedow in einer am Freitagabend ausgestrahlten Fernsehansprache, wie die Agentur Interfax am Samstag meldete.

HB MOSKAU. Der Tod des despotisch regierenden Nijasows hatte Befürchtungen über eine Kürzung der Gasexporte aus dem öl- und gasreichen zentralasiatischen Land ausgelöst. Auch nach dem Tod Nijasows, der sich Turkmenbaschi, „Vater aller Turkmenen“ nennen ließ, bleibt die Ex-Sowjetrepublik von der Außenwelt abgeschottet. In der turkmenischen Botschaft in Moskau erhielten Journalisten keine Visa für die Trauerfeier. Die russische Zeitung „Kommersant“ berichtete am Samstag, ausländische Staatsgäste würden verpflichtet, ohne Pressevertreter anzureisen.

Das turkmenische Staatsfernsehen übertrug am Samstag eine Sitzung der Trauerkommission, die die Beisetzung Nijasows an diesem Sonntag vorbereitete. Nach einer Zeremonie in seinem Palast soll der Alleinherrscher in seinem Heimatort Kiptschak beerdigt werden. Dort ließ Nijasow ein Mausoleum und die größte Moschee Zentralasiens errichten. Den 15 Kilometer langen Weg aus der Hauptstadt Aschchabad soll eine Menschenkette säumen.

Zu der Trauerfeier werden nach offiziellen Angaben über 20 Staats- oder Regierungschefs in Aschchabad erwartet. Andere Quellen sprachen lediglich von Delegationen aus über 20 Ländern. Aus Russland wollte Ministerpräsident Michail Fradkow anreisen. Statt des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko, der sich zunächst angekündigt hatte, flog Ministerpräsident Viktor Janukowitsch am Samstag nach Aschchabad. Der turkmenische Alleinherrscher Nijasow war am Donnerstag an Herzversagen gestorben. Er hatte den Wüstenstaat am Kaspischen Meer 21 Jahre diktatorisch geführt.

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