Nach dem Tod von Freddie Gray
Baltimore im Ausnahmezustand

Zwei Wochen nach dem Tod eines Afroamerikaners kommt es in Baltimore bei Demonstrationen zu heftigen Ausschreitungen. Die Stadt versucht die Gewalt mit allen Mitteln einzudämmen. Die USA fühlen sich an Ferguson erinnert.
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BaltimoreNach dem Ausbruch der Krawalle in Baltimore wegen des Todes eines Schwarzen im Polizeigewahrsam ist für die Ostküstenstadt eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Die Ausgangssperre beginne am Dienstagabend um 22.00 Uhr (Ortszeit; Mittwoch 04.00 Uhr MESZ), sagte Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake am Montag.

Die Polizei sprach von den schwersten Unruhen in der Metropole seit Jahrzehnten. Augenzeugen meinten, Teile der Stadt seien in eine „Kriegszone“ verwandelt. dpa-Reporter berichteten von vermummten Jugendlichen auf den Straßen, Rauch ziehe durch Straßenzüge, Hubschrauber kreisten am nächtlichen Himmel.
Die Ausgangssperre gelte zunächst für eine Woche, bei Bedarf werde das nächtliche Ausgehverbot verlängert. Die Bürgermeisterin kündigte zudem an, dass in Baltimore die Nationalgarde eingesetzt werde, „sobald sie bereit“ sei.

Zuvor hatte der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan, den Ausnahmezustand für Baltimore ausgerufen und die Nationalgarde in Alarmzustand versetzt. Er begründete den Schritt am Montag (Ortszeit) mit den Gewaltausbrüchen in der US-Großstadt, die durch den Tod Freddie Grays ausgelöst wurden.

Im Anschluss an die Trauerfeier für den im Polizeigewahrsam gestorbenen Afroamerikaner hatten sich Polizisten und Demonstranten Straßenschlachten geliefert. Außerdem wurden mehrere Geschäfte geplündert. Demonstranten setzten Häuser in Brand und zerstörten Fahrzeuge. Die Polizei nahm 27 Randalierer fest. Mindestens 15 Sicherheitskräfte wurden offiziellen Angaben zufolge verletzt.

„Die heutigen Plünderungen und Gewalttaten in Baltimore werden nicht toleriert“, erklärte Hogan. Er versetzte außerdem die Nationalgarde in Alarmzustand, „damit sie wenn nötig schnell eingesetzt werden“ könne.

Während der Bestattung veröffentlichte die Polizei eine Presseerklärung, derzufolge es eine „glaubwürdige Drohung“ gebe, wonach sich drei berüchtigte Gangs zusammengeschlossen hätten, um Polizeibeamte „außer Gefecht zu setzen“.

Nach dem Tod des 25-Jährigen ist es in der US-Ostküstenstadt Baltimore zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mindestens sieben Beamte seien dabei verletzt worden, sagte Polizeisprecher Eric Kowalczyk am Montag. Einer von ihnen sei bewusstlos, andere hätten gebrochene Knochen. „Wir werden die Verantwortlichen finden und sie ins Gefängnis bringen“, sagte er.

US-Präsident Barack Obama telefonierte mit Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake, um sich über die Lage zu informieren, und sagte seine Unterstützung zu. Regierungsvertreter sprachen auch mit dem Gouverneur von Maryland, Larry Hogan.

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Demonstranten warfen Steine und Flaschen

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  • Ein Blick in die Zukunft der EU aber das System kann noch an den Europäern scheitern.

  • Wer sich laengere Zeit in USA aufhaelt, und nicht die Wochenenden in Country-Clubs oder auf Golfplaetzen verbringt, der kann speziell im Sueden feststellen, dass es zu haufe Parallel-Gesellschaften gibt!
    Man geht sich geflissentlich aus dem Weg. Vermeidet jedliche Kommunikation, die Konfliktstoff in sich birgt!
    Bedrohlich ist dabei die unterschwellige Aggressivitaet, die vorwiegend von den Schwarzen ausgeht. haeufig wird man von lokalen Weissen gewarnt, sich in solche Dirstrikte zu begeben, die vorwiegend "ethnisch" sind!
    Ja, als Nicht-Afro-Americaner wird man dort angepoebelt, insbesondere dann, wenn man mit weiblichen Clubbesuchern redet:
    "You aint gonna fu. that black puss. tonight."
    Selbst aeltere Damen warden zu Furien, wenn man vor dem WalMart die Fussgaenger-Regel misachtet als Weisser, und das "Recht" bricht,egal auch bei Verkehrssituationen die absolut ungefaehrlich und zu verantworten sind!

    Die Black-Guys hingegen, die give a fuc.., die halten dort am Fussgaengerstreifen fuer Weisse generell weniger oft an, den es ist "ihr" WAL-MART!
    Geht man zum Mexicaner als Stammgast und begruesst sich auf spanisch herzlich, ist das schon verdaechtig! Bekommt man seine Chicken-Wings serviert mit einem small-talk-Spruch in Spanish und antwortet in spanisch, dann ist der Afro-American Gast nebenan schon angepisst. Er beschwert sich dann, dass seine gelichzeitig servierte Portion mehr Doppel-Knochen Anteile hat als der weisse Gast nebenan, was aber nachweislich nicht der Fall war!
    Will man dann die Portionen tauschen ist dies auch nicht recht.
    Kurzum, alles lapdare Beispiele, aber die unterschwellige Aggressivitaet versaut einem die Stimmung!
    ...Beim naechsten Besuch, haelt man dann eben Ausschau nach einer Deutschen Kneipe / Irischen Pub, wenn man nicht in eine "Red-Neck-Bar" gehen will, wo die Vorzeichen oft umgekehrt sind!
    Welcome to America!
    ..uebrigens, waehrend "Kathrina" haben sich Afro-Americaner gegenseitig gepluendert und erschossen.. in New Orleans!

  • Kein TTip Abkommen mit den USA.
    niemand in der BRD will diese Zustände im eigenen Land, aber wir sind auf dem besten Weg dahin.
    Die viel gelobten USA ist zu einer Diktatur verkommen.
    Keine Abkommen durch die EU oder Nationalstaaten ohne Volksabstimmung durch die Völker der Mitgliedstaaten.
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