Nach dem Tropensturm
Uno beruft Krisengipfel wegen Birma ein

Angesichts der schleppenden Hilfe für die zahlreichen Wirbelsturm-Opfer in Birma werden die Vereinten Nationen einen Krisengipfel einberufen. Unterdessen droht dem von einem Zyklon heimgesuchten Birma neues Elend.

HB LONDON/RANGUN. Die Konferenz solle in Asien stattfinden und sei „ein großer Fortschritt“, sagte der britische Premierminister Gordon Brown am Donnerstag in London.

Der Krisengipfel werde von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und mehreren asiatischen Staaten einberufen, sagte Brown. Der britische Regierungschef hatte Ban auf einer Dringlichkeitssitzung in New York am Mittwoch zu einer solchen Konferenz aufgefordert. Die internationale Gemeinschaft müsse eine „zweite Katastrophe“ verhindern, sagte der im britischen Außenministerium für Asien zuständige Mark Malloch Brown in Bangkok.

Unterdessen nimmt ein weiterer Sturm Kurs auf Birma. Dieser dürfte das südostasiatische Land am Freitag treffen. Nach Einschätzung von Experten könnte das die angelaufenen Hilfsbemühungen für Hunderttausende Überlebende gefährden.

Zwar handele es sich um ein normales Tiefdruckgebiet, sagte ein Uno-Mitarbeiter am Donnerstag in Bangkok. Gleichwohl wäre ein zweiter starker Sturm das schlimmste vorstellbare Szenario, warnte ein Sprecher der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC).

Starker Regen würde den Transport von Hilfsgütern erschweren und die Menschen erneut zur Flucht zwingen. Durch die Wassermassen bestehe zudem die Gefahr von Seuchen.

Bei dem Zyklon waren bis zu 128 000 Menschen ums Leben gekommen, rund 2,5 Millionen Menschen sind in Folge der Katastrophe in Not.

Die birmanische Militärregierung, die bislang nur wenige ausländische Helfer ins Land ließ, bescheinigte sich unterdessen einen reibungslosen Verlauf der Hilfsaktionen. Deren erste Phase sei abgelaufen, nunmehr gehe das Land zum Wiederaufbau über, zitierte das Staatsfernsehen Ministerpräsident Thein Sein.

EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel forderte bei einem Besuch in Rangun erneut, mehr ausländische Helfer und ihr Material nach Birma zu lassen.

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