Nach den Anschlägen in Istanbul
Japan und Australien hängen El-Kaida-Drohung niedrig

Japan und Australien haben zurückhaltend auf einen Medienbericht reagiert, wonach die El-Kaida-Organisation hinter den Anschlägen in Istanbul steht und Attentate auch in den beiden Ländern angedroht hat. Die Furcht vor Anschlägen hatte die weltweit Finanzmärkte belastet.

HB TOKIO. Weder Japan noch Australien kündigten am Montag eine Verschärfung der bestehenden Sicherheitsmaßnahmen an. Der japanische Regierungssprecher Yasuo Fukuda sagte, sein Land werde mit derselben Wachsamkeit auf den Bericht reagieren, wie bereits auf die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. „In diesen Zeiten gibt es viele derartige Berichte“, sagte er. Diese müssten genau untersucht werden. Auch Australiens Außenminister Alexander Downer äußerte sich zurückhaltend. Es sei schwer zu sagen, ob das Bekennerschreiben authentisch sei, sagte er.

Einer in London erscheinenden arabischen Zeitung zufolge hat sich dieselbe El-Kaida-Gruppe zu den Anschlägen in der Türkei bekannt wie zu dem Attentat auf das Uno-Hauptquartier in Bagdad im August. Die Gruppe drohe weitere Anschläge „vor allem in Großbritannien, Italien, Australien und Japan“ an, hieß es. Die genannten Länder sind enge Verbündete der USA im Irak-Krieg. Bei den Anschlägen vor zwei Synagogen in Istanbul wurden mindestens 23 Menschen getötet. Die türkische und die israelische Regierung hatten bereits vor dem Bekennerschreiben die Vermutung geäußert, dass die Täter Verbindungen zur radikal-moslemischen El Kaida haben, die die USA unter anderem für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich machen.

Downer kündigte an, Australien werde seine Terrorwarnstufe nach dem Medienbericht nicht anheben. „Wenn es (das Schreiben) authentisch ist, behandeln wir es mit Verachtung und Geringschätzung“, sagte Downer. Australien gehöre zu den Ländern, die sich gegen Terroristen zur Wehr setzen. Fukuda sagte, bislang habe nichts Ernstzunehmendes vorgelegen. „Ohne es genau zu überprüfen, ist es schwer zu sagen, ob es dieses Mal anders ist“, sagte er. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi sagte: „Wir dürfen dem Terrorismus nicht nachgeben.“

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