Nach den Pariser Attentaten
Menschen nehmen Abschied von den Opfern

In Paris und Jerusalem haben Tausende von Trauernden Abschied von den Opfern der islamistischen Attentate in Paris genommen. Frankreich verleiht den getöteten Polizisten posthum die Medaille der Ehrenlegion.
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Paris/JerusalemMit einer bewegenden Trauerfeier hat Frankreich am Dienstag der bei den Terroranschlägen getöteten Polizisten gedacht. „Clarissa (Jean-Philippe), Franck (Brinsolaro), Ahmed (Merabet) sind dafür gestorben, dass wir frei leben können“, sagte Präsident François Hollande vor den in französische Nationalflaggen gehüllten Särgen.

Ihnen gebühre größte Dankbarkeit. Während der Zeremonie im Innenhof der Polizeipräfektur in Paris wurden die drei Beamten posthum mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet.

An der Trauerfeier nahmen auch Hinterbliebene der Opfer bei – darunter die Mutter der Polizistin Jean-Philippe, die vor Hollande in Tränen ausbrach. In seiner Rede fragte der Präsident: „Wie kann man es rechtfertigen, feige eine junge Frau von 26 Jahren zu töten?“ Zu den Hinterbliebenen sagte Hollande: „Ganz Frankreich teilt Ihren Schmerz und Ihr Leid.“

Beim Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ waren ein Polizist und ein als Leibwache abgestellter Beamter getötet worden. Die Polizistin war im Süden der Stadt bei einer Schießerei ums Leben gekommen. Für die insgesamt 17 Opfer der Anschläge und Geiselnahmen ist eine weitere zentrale Trauerfeier im Invalidendom von Paris vorgesehen.

Auch in Jerusalem haben die Menschen Abschied genommen: Tausende haben an einer emotionalen Trauerfeier für die jüdischen Opfer des islamistischen Terrors in Paris teilgenommen. Auf einem Friedhof in Jerusalem wurden Dienstagmittag die Leichen von Joav Hattab, Johan Cohen, Philippe Braham und François-Michel Saada aufgebahrt.

Neben Staatspräsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie religiösen Repräsentanten nahm auch die französische Umweltministerin Ségolène Royal an der Trauerveranstaltung teil.

Die Familien der Opfer gedachten weinend ihrer Angehörigen und entzündeten Fackeln. Staatspräsident Rivlin sagte, Europa müsse härter im Kampf gegen Terror vorgehen, damit jüdische Bürger sich wieder sicher fühlen könnten.

Der Terror könne zwar jeden treffen. „Aber er verfolgt vor allem das jüdische Volk“, sagte Rivlin. „Es kann nicht sein, dass Juden im Jahre 2015 Angst haben, mit einer Kippa auf die Straße zu gehen.“

Der islamistische Terror bedrohe die ganze Welt, sagte Netanjahu. „Sie sind nicht nur die Feinde der Juden“. Juden hätten natürlich das Recht, überall auf der Welt zu leben. Gleichzeitig nannte er Israel „die eine historische Heimat, die sie immer aufnehmen wird“.

Frankreichs Umweltministerin Royal verlieh den Opfern posthum die höchste Auszeichnung Frankreichs, die Medaille der Ehrenlegion. „Frankreich ohne Juden wäre nicht mehr Frankreich“, sagte sie mit Blick auf den Aufruf Netanjahus, die französischen Juden sollten nach Israel emigrieren.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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