Nach der Feuerpause
„Hassan Nasrallah: Genug“

Drei Tage nach Beginn der Waffenruhe im Südlibanon beschäftigt sich die Webgemeinde mit der Nachkriegsordnung. Bei libanesischen Bloggern riefen die jüngsten Äußerungen des Hisbollahführers Nasrallah und des syrischen Staatschef Assad heftige Kritik hervor. Schon lange diskutieren die Autoren mit ihren israelischen Kollegen über die Zukunft der Region.

DÜSSELDORF. Viele Blogger im Nahen Osten läßt der Krieg noch lange nicht los. Libanesische Seiten über den Krieg sind etwa auf dem Blog Beirut Live verlinkt. Unter dem Titel „End of the begining?“ schreibt der Autor „HB“ hier wie sich die Stimmung in den letzten Tagen etwas beruhigt. Dazu veröffentlich er ein Bild von einem Denkmal für die Toten des Krieges.

Am Montag hatten die sieben Autoren des Blogs Lebanese Bloggers eine Botschaft an Hisbollahführer Hassan Nasrallah auf ihre Seite gestellt. „Du führst nicht Libanon. Du wirst Libanon nie führen. Denn Du bist einer unter Gleichen in einem Land, dass durch seine Pluralität definiert ist.“ Überschrieben ist der Beitrag: „Hassan Nasrallah: GENUG“ Der Hisbollah-Chef hatte am Montag in einer Rede erklärt, dass eine Entwaffnung der Miliz, für ihn nicht in Frage käme. Viele libanesische Blogger widersprechen dem Siegesanspruch der Hisbollah.

Die Lebanese Blogger sind nur ein Beispiel für die demokratische Blogkräfte des Landes. Links führen von der Seit zu vielen ähnlichen Seiten, die alle unter dem Titel „Blogs im Geiste des 14. März“ auf ihrer Linkliste. Am 14. März des vergangenen Jahres hatten genau einen Monat nach der Ermordung des libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri rund 1,5 Millionen Menschen in Beirut demonstriert.

Sie gingen mit der Forderung auf die Straße, das Attentat aufzuklären, hinter dem syrische Kräfte vermutet wurden. Ziel der Oppositionellen war die Bildung eines souveränen, demokratischen und vereinten Landes, befreit vom Hegemonieanspruch Syriens. Heute schreiben sie in Blogs wie das „Lebanese Blogger Forum“, das „Lebanese Political Journal“ oder „Beirutsping“. In einem Blognetzwerk sind sie miteinander verbunden.

Wut auf Nasrallah und Assad

Viele dieser Blogs reagieren aber nicht nur wütend auf die Rede Nasrallahs. Auch die Äußerungen des syrischen StaatschefsBashar El Assad, dass er einen Frieden mit Israel ausschließt, wird derzeit heftig kritisiert. Assad hatte die Bewegung des 14. März sogar als Agenten Israels bezeichnet. Die Rede hatte am Dienstag bereits zur Absage des Besuchs von Außenminister Steinmeier in Damaskus geführt.

Über das Blog „Jamal’s Proganda Site“ stößt man auf weitere libanesische Blogs, die in ihrem Ton wie der „Angry Arab News Service“ deutlich schärfer und teilweise Hisbollah freundlich sind. „Jamal“ bezeichnet diese Blogs auf seiner Seite auch als „Angry Blogs I Visit“, also wo wütende Blogger schreiben.

Mit Wut und Trauer reagierten Blogger sowohl aus Israel als auch aus Libanon auf die zahlreichen Toten und Verletzten auf beiden Seiten der Front. Doch in ihren Blogs fanden sie zueinander, dort entwarfen sie ein Bild von einer friedlichen Zukunft noch während des Krieges, neben all den Konfrontationen, die auch in den Blogs zu finden sind.

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