Nach der Flucht: Britischer Geheimdienst verhört Libyens Außenminister

Nach der Flucht
Britischer Geheimdienst verhört Libyens Außenminister

Libyens Außenminister Mussa Kussa hat sich nach London abgesetzt. Vor seiner Flucht gehörte er zum engsten Kreis des Machthabers. Nun könnte er dem britischen Geheimdienst wichtige Informationen geben.
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LondonNach der spektakulären Flucht des libyschen Außenministers Mussa Kussa erhofft sich der britische Geheimdienst hilfreiche Erkenntnisse über den Machtapparat von Staatschef Muammar Al-Gaddafi. Unklar war zunächst, ob Kussa für Straftaten des Regimes zur Verantwortung gezogen werden kann. Er genieße keine Immunität vor Strafverfolgung, stellte der britische Außenminister William Hague am Donnerstag in London klar. 

Hague deutete Kussas Entscheidung, sich nach London abzusetzen, als ein Zeichen, dass der Rückhalt Gaddafis zusammenbreche. Er forderte weitere Getreue des Machthabers auf, diesem den Rücken zu kehren. Ein Sprecher des britischen Premierministers David Cameron sagte, Kussa sei an einem „sicheren Ort“, aber stehe nicht unter Arrest. 

Sein Sohn sei ebenfalls mit nach London gekommen. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass er sich um Asyl beworben habe. 

Vor allem die Hinterbliebenen der Opfer des Terroranschlages von Lockerbie fragen nun, wie sich die Regierung die Zukunft Kussas vorstellt. Sie wollen wissen, ob er auf freiem Fuß ist und bleiben wird, oder ihm eine Strafverfolgung droht. 

„Wie die Gerechtigkeit in diesem Land hergestellt wird, ist keine Frage der Regierung“, sagte der Sprecher des Premierministers. „Das ist Sache der Staatsanwaltschaft.“ Es sei ihm derzeit nicht bekannt, ob bereits entsprechende Anträge eingegangen seien. „Natürlich würden wir jedem Antrag nachgehen.“ Entscheidungen mit Blick auf den Internationalen Gerichtshof würden ebenfalls von der dortigen Strafverfolgung getroffen, nicht von der britischen Regierung.

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