Nach der US-Wahl
El Kaida verhöhnt Donald Rumsfeld

Mit höhnischen Worten reagiert das Terrornetzwerk El Kaida auf den Rücktritt von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nach der Wahlschlappe der US-Republikaner. Auch der Iran kann sich Sticheleien nicht verkneifen. Als ob das nicht schon reichte, muss sich Präsident Bush um einen engen Vertrauten sorgen.

HB BAGDAD. Der irakische Statthalter von El Kaida, Abu Ajjub Al-Masri, warf Rumsfeld am Freitag in einer Erklärung auf, vom Schlachtfeld im Irak geflüchtet zu sein. „Ich fordere die „lahme Ente' [USA] auf, nicht wie der Verteidigungsminister wegzulaufen, sondern auf dem Schlachtfeld zu bleiben“, heißt es in der im Internet verbreiteten Erklärung. Al-Masris brüstete sich, seine 12 000 Kämpfer und 10 000 auf Waffen wartende Gefolgsleute harrten darauf, mit den USA die Klingen zu kreuzen.

Rumsfeld hatte nach der schweren Wahlniederlage seiner Republikanischen Partei seinen Rücktritt erklärt. Der unpopuläre Krieg im Irak gilt als Hauptgrund für die Stimmenverluste. Nach Abschluss der Auszählung im Bundesstaat Virginia am Donnerstag war entschieden, dass die Demokraten nach dem Repräsentantenhaus auch die Mehrheit im Senat übernehmen. Der bisherige Kongress kommt in der nächsten Woche zusammen, um seine Geschäfte noch bis zum Jahresende abzuschließen. Bis dahin will Bush auch seinen Kandidaten für die Nachfolge von Rumsfeld, den früheren CIA-Direktor Robert Gates, bestätigen lassen.

Das Geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, feierte die Wahlniederlage der amerikanischen Konservativen am Freitag als „offensichtlichen Sieg“ seines Landes. Der Ausgang der Abstimmung sei nicht nur auf innenpolitische Gründe zurückzuführen, „sondern es ist eine Niederlage von Bushs aggressiver Politik in der Welt“, sagte Chamenei in seiner Freitagspredigt. Weil sich Bushs Außenpolitik immer vor allem gegen den Iran gerichtet habe, sei der Wahlausgang ein Sieg für sein Land, fügte Chamenei hinzu.

Wegen des Wahlausgangs muss Präsident Bush nun auch fürchten, dass der von ihm nominierte Uno-Botschafter der Vereinigten Staaten, John Bolton, nicht in seinem Amt bestätigt wird. Der einflussreiche republikanische Senator Lincoln Chafee kündigte an, nächste Woche im außenpolitischen Ausschuss gemeinsam mit den Demokraten gegen den umstrittenen Politiker stimmen zu wollen. Damit ist ein Votum des Gremiums gegen Bolton denkbar.

Seite 1:

El Kaida verhöhnt Donald Rumsfeld

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%