Nach der Wahl 2004 soll Schluss sein
Wirbel um Berichte über Rücktritt Powells

Berichte über einen möglichen Rücktritt von US-Außenminister Colin Powell nach der Wahl im Jahr 2004 haben am Montag in den USA für Wirbel gesorgt. Die Sprecher des Weißen Hauses und des Außenamtes, Scott McClellan und Philipp Reeker, sagten, die Meldungen entbehrten jeder Grundlage und seien nichts anderes als „Gerüchte“ im Sommerloch. US-Außenminister Colin Powell hat am Montag Berichte zurückgewiesen, nach denen er aus Rücksicht auf seine Frau nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehe.

HB/dpa WASHINGTON. „Das ist Unsinn“, sagte der Minister in einem Radio-Interview. „Der Bericht hat keine Grundlage.., und das meiste davon ist Klatsch und Spekulation ohne Quelle.“

Ähnlich hatte sich zuvor auch der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, geäußert. Es handele sich um „Gerüchte“ im Sommerloch. McClellan fügte hinzu, Powell diene „nach dem Ermessen“ von Präsident George W. Bush und leiste eine ausgezeichnete Arbeit.

Die „Washington Post“ hatte berichtet, Powell und dessen Stellvertreter Richard Armitage wollten im Fall einer Wiederwahl Bushs 2004 ausscheiden. Das Blatt berief sich dabei auf entsprechende Äußerungen von Armitage gegenüber der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Armitage sprach wie Powell von Unsinn. Ein solches Gespräch habe es nicht gegeben.

McClellan bestätigte unterdessen, dass sowohl Powell als auch sein Vize an diesem Dienstag Bush auf dessen Ranch in Texas besuchen werden. Die Visite sei aber schon seit Wochen geplant.

Powell gilt als einer der gemäßigten Vertreter der amerikanischen Regierung. Er war nach Medienberichten in der Vergangenheit oft mit dem konservativen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und auch mit Rice uneins. Bei einem Rücktritt Powells und Armitages stünde die Regierung von Präsident Bush vor ihrer größten Umgestaltung, zumal nicht ausgeschlossen wird, dass auch der Direktor des Geheimdienstes CIA, George Tenet, vor dem Ende seiner Amtszeit geht. Er war in jüngster Zeit verstärkt wegen der CIA-Rolle in der Debatte um das irakische Waffenprogramm unter Druck geraten. Als mögliche Nachfolger von Powell nannte die „Washington Post“ Rice und den stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz.

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