Nach der Wahl
Bush-Sieg polarisiert internationale Presse

Ablehung in China, Frankreich und Saudi-Arabien, Zustimmung in England, Sorge um die Legitimation eines knapp gewählten Präsidenten in den USA - die Leitartikler in verschiedenen Weltgegenden bewerten die Wiederwahl des US-Präsidenten je nach regionaler Verbundenheit.

Ein Kolumnist der Londoner Times meint, Bushs Wahlsieg mache die Deutschen und Franzosen betreten, sei aber ein Grund zur Freude für Englands Wirtschaft. Bush habe versprochen, die Staatsausgaben zu kürzen und Anreize für Leistung zu schaffen. Das werde das Wachstum in den USA ankurbeln – und damit auch den britischen Unternehmen einen Schub geben. Kerrys wirtschaftspolitische Pläne seien das letzte gewesen, was die US-Wirtschaft jetzt gebraucht habe.

Die Washington Post macht sich Sorgen wegen des knappen Wahlausgangs. „Der nächste Präsident, sei es Bush, sei es Kerry, hat schwere Aufgaben vor sich – auch ohne Zweifel an seiner Legitimation.“ Dass die Wähler manchmal neun Stunden anstanden, wertet die Zeitung als Zeichen für die Stärke der amerikanischen Demokratie. Die wichtigste Aufgabe des kommenden Präsidenten sei es aber jetzt, die Spaltung der Nation zu heilen, die von dem emotionalisierten Wahlkampf noch vertieft worden sei.

Die chinesische Volkszeitung sieht die drängendste Aufgabe der US-Regierung darin, international Vertrauen zu schaffen. „Wenn die Vereinigten Staaten den Respekt der Weltöffentlichkeit zurückgewinnen wollen, müssen sie sich tiefgreifend selbst erforschen und die veraltete Diplomatie durch Machtpolitik und Hegemoniestreben aufgeben.“ Der einzige Weg, um die Probleme Amerikas zu lösen, sei eine demokratischere Außenpolitik.

Die saudische Zeitung Arab News ist enttäuscht über den Wahlausgang: „Vier weitere Jahre bedeuten, dass der Kampf gegen den Terrorismus unnachgiebig fortgeführt wird. Noch mehr Unschuldige werden sterben.“

Das Pariser Blatt La Tribune vergleicht am Mittwoch die US-Wahl mit der Wahl in Afghanistan: „Schlecht gezählte Wahlzettel, zweifelhafte Einschreibungen in die Wahllisten, ihres Stimmzettels beraubte Wähler, Versuch der massiven Beeinflussung bis hinein in die Wahlkabine, Handel mit Stimmen - Klagen, wie sie vor ein paar Wochen bei der Präsidentenwahl in Afghanistan laut wurden!“

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