Nach der Wahl in Simbabwe
Mugabe zu Gipfel der Afrikanischen Union eingetroffen

Der umstrittene simbabwische Machthaber Robert Mugabe ist unmittelbar nach seiner erneuten Vereidigung als Präsident beim Gipfel der Afrikanischen Union (AU) im ägyptischen Scharm el Scheich eingetroffen.

SCHARM EL SCHEICH. Die Ankunft meldete der britische Sender BBC am Montag. Das Treffen der afrikanischen Führer wird von der Debatte über eine Anerkennung des Wahlsiegs Mugabes überschattet.

Wahlbeobachter des südafrikanischen Staatenbundes SDAC kamen am Sonntag zu dem Ergebnis, dass das von der Regierung vorgelegte Ergebnis der Präsidentenwahl in Simbabwe nicht den Willen des Volkes widergespiegelt habe. Die Stichwahl, zu Mugabe nach dem Rückzug von Oppositionschef Morgan Tsvangirai als einziger Kandidat angetreten war, „repräsentierte nicht den Willen der Bevölkerung von Simbabwe“, teilte der SADC mit.

Der 84 Jahre alte Mugabe hatte sich am Sonntag zum Sieger der international als Farce kritisierten Wahl erklären lassen und war kurz darauf für fünf weitere Jahre im Amt vereidigt worden. Er steht seit 28 Jahren in Simbabwe an der Regierungsspitze.

Die erste Runde der Präsidentenwahl hatte Tsvangirai Ende März für sich entschieden, die erforderliche absolute Mehrheit aber verfehlt. Nachdem in den vergangenen Wochen Dutzende Anhänger seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) getötet worden waren und sein Wahlkampf massiv behindert wurde, hatte er sich für einen Boykott des zweiten Wahlgangs entschieden.

Auch die 40-köpfige Beobachtergruppe des Panafrikanischen Parlaments – einer Institution der Afrikanischen Union (AU) – hatte den Urnengang als weder frei noch fair bezeichnet. Die vom Staat sanktionierte Gewalt gegen Oppositionelle sowie die Schikanen und die Einschüchterungen vor der Wahl seien ein Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte des Landes.

Das Beobachterteam empfahl dem am Montag im ägyptischen Scharm el Scheich beginnenden AU-Gipfel, auf eine Übergangsregierung unter Einschluss der Opposition sowie Neuwahlen in Simbabwe hinzuarbeiten.

Weltweit wurde der Urnengang heftig kritisiert. US-Präsident George W. Bush kündigte verschärfte bilaterale Sanktionen an und forderte entschlossene Schritte der Vereinten Nationen sowie ein Waffenembargo. Er sprach von „gefälschten Wahlen“.

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