Nach der Wahl
Rumäniens verfahrene Lage ärgert IWF

Trotz der Anordnung einer Neuauszählung der Stimmen bei der Präsidentschaftsstichwahl am 6. Dezember zeichnet sich in Rumänien keine Änderung des Wahlsiegs des konservativen Amtsinhabers Traian Basescu ab. Indes bereitet die politisch verfahrene Lage dem EU-Staat wirtschaftlich immer größere Probleme.
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BERLIN. Nach einer Meldung der Bukarester Agentur Mediafax habe Basescu aus den bei der ersten Auszählung für ungültig erklärten Stimmzetteln weitere 778 Stimmen bekommen, sein sozialdemokratischer Herausforderer Mircea Geoana nur 697 Stimmen.

Das Verfassungsgericht hatte am Freitag die Neuauszählung der 138 000 für ungültig erklärten Stimmen angeordnet und so das vorläufige Ergebnis, demzufolge Basescu mit nur 70 000 Stimmen mehr gewonnen hatte, annulliert. Geoana hatte der Regierung zuvor massive Wahlfälschung vorgeworfen.

Die politisch verfahrene Lage bringt dem jüngsten EU-Staat wirtschaftlich immer größere Verwerfungen: So verhandelten wegen der Spannungen derzeit weder Internationaler Währungsfonds (IWF) noch Weltbank über die Auszahlung einer letzten, zur Abwendung des Staatsbankrotts nötigen Milliarden-Tranche an das Land. Das gab jetzt der Chef der IWF-Mission für Rumänien und Bulgarien, Tonny Lybek, bekannt. Der IWF hatte politische Stabilität von Bukarest angemahnt. Sollte Basescu letztlich die Wahl doch gewinnen, werde er den bisherigen Zentralbankchef Mugur Isarescu zum Premier küren, meldete die Bukarester Zeitung „Gandul“.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent

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