Nach Draghi-Rede
Rendite auf Rekordtief in Italien und Spanien

Die Rede von EZB-Präsodent Draghi zur zieht weitere Kreise: Italienische und spanische Anleihen fallen auf ein Rekordtief. Draghi will eine niedrigere Inflation in der Euro-Zone unter allen Umständen durchsetzen.
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Im Euroraum verbuchten insbesondere italienische und spanische Anleihen Kursgewinne, ihre Renditen fielen auf Rekordtiefs nach einem Kommentar von Mario Draghi. Die Rendite von zehnjährigen italienischen Anleihen fiel bis auf 2,499 Prozent und damit den tiefsten Stand seit Bloomberg mit der Erhebung der Daten 1993 begann. Spanische Bonds mit zehn Jahren Laufzeit rentierten im Tagestief bei 2,3 Prozent.

Der EZB-Präsident hatte am 22. August in einer Rede auf der Zentralbankkonferenz in Jackson Hole, Wyoming, gesagt, dass die Erwartungen zur Preisentwicklung im Euroraum „erhebliche Rückgänge” aufwiesen. Er signalisierte damit, dass die Währungshüter sich näher in Richtung quantitative Lockerung bewegen.

„Der EZB-Rat nimmt diese Entwicklungen zur Kenntnis und wird innerhalb seines Mandats alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um die Preisstabilität mittelfristig zu gewährleisten”, sagte Draghi auf dem jährlichen Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 0,96 Prozent zwei Basispunkte niedriger. Am Terminmarkt zog der Bund-Future um 35 Basispunkte auf 150,62 Prozent an. Die Rendite von US-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit gab um einen Basispunkt auf 2,39 Prozent ab. Am Primärmarkt will Deutschland im Tagesverlauf 2 Mrd. Euro über unverzinsliche Schatzanweisungen mit zwölf Monaten Laufzeit aufnehmen. Frankreich plant bis zu 8 Mrd. Euro über Papiere mit Laufzeiten von 84, 147 und 357 Tagen zu beschaffen.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Es sollte "Draghi will eine niedrigere Inflation in der Euro-Zone unter allen Umständen VERMEIDEN" heißen. Der Originalsatz macht geldpolitisch keinen Sinn.

    Mit spanischen und italienische Anleihen konnte man in der letzten Zeit schöne Renditen einfahren und das bei einem passablen Ertrags-Risiko-Verhältnis, denn die EZB – und damit auch Deutschland – wird schon einspringen, wenn es mit der Rückzahlung Schwierigkeiten geben sollte :-)

  • "Im Euroraum verbuchten insbesondere italienische und spanische Anleihen Kursgewinne, ihre Renditen fielen auf Rekordtiefs nach einem Kommentar von Mario Draghi. Die Rendite von zehnjährigen italienischen Anleihen fiel bis auf 2,499 Prozent und damit den tiefsten Stand seit Bloomberg mit der Erhebung der Daten 1993 begann."

    Das kann doch nur bedeuten, dass Italien vor Kraft nur so strotz oder die Kurse manipuliert sind.

    Ich tippe auf letztere Begründung oder zweifle an den Medienberichten über die Sachlage in Italien.

    Gleiches gilt für spanische Anleihen.

  • Deutschlands Bonität mag -auf den ersten Blick- ja sehr gut sein. Indes, es ist schon beachtlich, dass man in Berlin offensichtlich davon ausgeht sich Geld zum Nullzins leihen zu können. Dies um so mehr als bei lediglich 12-monatiger Laufzeit ja noch nicht einmal Raum für vorübergehende Kursgewinne besteht. Viel muss an den Weltanleihemärkten außer Tritt gekommen sein, wenn derartiges möglich ist.

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