Nach Ende der Waffenruhe: „erbärmlicher Akt gegen medizinisches Personal“

Nach Ende der Waffenruhe
Heftige Luftangriffe auf Aleppo

„erbärmlicher Akt gegen medizinisches Personal“

Die zuvor schon brüchige Waffenruhe war am Montag von der syrischen Armee für beendet erklärt worden, seither entbrannten die Kämpfe wieder mit voller Wucht. Nach dem Beschuss eines Hilfskonvois mit mehreren Toten stellte die Uno ihre Hilfslieferungen in dem Bürgerkriegsland vorerst ein.

Nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi sorgte ein Luftangriff auf eine medizinische Einrichtung nahe Aleppo für Empörung. Mindestens vier Mitarbeiter seien getötet worden, teilte die in Paris ansässige unabhängige Hilfsorganisation Union of Medical Care and Relief (UOSSM) am Mittwoch mit. Eine Krankenschwester schwebe noch in Lebensgefahr. Der Angriff vom Dienstagabend habe ihre in Chan Tuman betriebene Einrichtung völlig zerstört. Unklar war zunächst, wer für den Angriff verantwortlich ist. Die US-Vorsitzende von UOSSM, Khaula Sawah, verurteilte den Angriff vom Dienstagabend als „erbärmlichen Akt gegen medizinisches Personal und Einrichtungen“.

Die erneuten Kämpfe ließen die Aussichten für eine Waffenruhe schwinden. Zusätzlich belastet wurden die diplomatischen Bemühungen durch erneute Spannungen zwischen den USA und Russland. Die USA machten erneut russische Kampfflugzeuge für den Angriff verantwortlich, bei dem am Montag nach Angaben des syrischen Roten Halbmonds etwa 20 Menschen getötet und 18 von 31 Lastwagen des Hilfskonvois zerstört wurden. Die Regierung in Moskau erklärte, es habe offenbar gar keinen Angriff aus der Luft gegeben und machte Rebellen verantwortlich. Auch die Vereinten Nationen gingen am Dienstag nicht mehr unbedingt von einem Luftangriff aus. Der Uno-Sicherheitsrat sollte im Laufe des Tages über die Lage beraten.

Ungeachtet der Differenzen sagte US-Außenminister John Kerry nach einem Treffen mit Vertretern von 20 weiteren Ländern am Dienstag: „Die Waffenruhe ist nicht tot.“ In der mit Russland ausgehandelten Vereinbarung, deren Einzelheiten weitgehend geheim blieben, werden die Dschihadisten als gemeinsamer Feind ausgemacht. Die Spannungen mit Russland hatten sich jedoch verschärft, nachdem US-Kampfflugzeuge am Samstag bei einem Angriff in der Provinz Deir al-Sor Dutzende syrische Regierungssoldaten töteten. Die USA bezeichneten dies als Irrtum, eigentliches Ziel seien Stellungen des Islamischen Staates (IS) gewesen.

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