Nach Ende der Waffenruhe
Fast 20 Fahrzeuge mit Hilfslieferungen beschädigt

Nur wenige Stunden nach der Aufkündigung der Waffenruhe in Syrien sollen bei Luftangriffen mehrere Fahrzeuge mit Hilfslieferungen beschädigt worden sein. Dabei kamen auch Mitarbeiter einer Hilfsorganisation zu Tode.

Beirut/New YorkBei Luftangriffen in der syrischen Provinz Aleppo sind am Montag nach Angaben von Aktivisten mehrere Lastwagen mit Hilfslieferungen getroffen worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, wurden vor einem Zentrum des Syrischen Roten Halbmonds im Gebiet Orum al-Kubra fast 20 Fahrzeuge beschädigt. Der Ort liegt westlich von der Stadt Aleppo.

Mindestens 18 der 31 Lastwagen, die im Auftrag der UN und des syrisch-arabischen Roten Halbmonds unterwegs waren, seien dabei getroffen worden, teilte die UN am Montagabend in New York mit.

Während die Weltorganisation zunächst keine Angaben über die Urheber des Angriffs und die Zahl der Opfer machte, sprach die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte von zwölf Todesopfern durch den Angriff, der von syrischen oder russischen Kampfbombern ausgeführt worden sei. Das syrische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Zwischenfall.

Die USA haben den Angriff auf den Hilfskonvoi scharf verurteilt. Es handele sich um eine abscheuliche Attacke, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter am Montagabend im Gespräch mit Journalisten.

Der Vorfall sei ein herber Rückschlag für die Waffenruhe, sagte der Regierungsbeamte, der nicht namentlich genannt werden wollte. Er erklärte, nur Russland oder das syrische Regime könnten hinter dem Angriff stehen. „Es war kein Luftangriff von unserer Koalition. Das lässt nur zwei Möglichkeiten für Länder offen, die in Syrien operieren.“ Russland sei in jedem Fall verantwortlich. Es liege nun an Moskau, zu zeigen, dass man noch ein Interesse an der Ernsthaftigkeit des Anliegens habe.

Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow wollten sich am Dienstag in New York mit anderen Mitgliedern der Unterstützergruppe für Syrien (ISSG) treffen.

Am Nachmittag hatte die syrische Armee die seit Tagen geltende Waffenruhe in Syrien für beendet erklärt. Schon kurz darauf setzten wieder Luft- und Artillerieangriffe auf die nordsyrische Stadt Aleppo ein. Ein AFP-Reporter berichtete von Luftangriffen auf die Stadtviertel Sukkari und Amirija.

Die zwischen den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war vor einer Woche in Kraft getreten. Sie wurde allerdings vielfach gebrochen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%