Nach Ende der Waffenruhe: Heftige Luftangriffe auf Aleppo

Nach Ende der Waffenruhe
Heftige Luftangriffe auf Aleppo

Dutzende Angriffe auf Aleppo und Umgebung: In der Nacht soll es mehr als hundert Explosionen gegeben haben. Zwei Tage nach Ende der Waffenruhe gehen die Kämpfe mit voller Wucht weiter.

Aleppo/BeirutNach dem Ende der Waffenruhe in Syrien sind die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland wieder voll entbrannt. Besonders umkämpft waren die Zufahrten in die Stadt Aleppo, deren von Rebellen gehaltener Osten seit Wochen von regierungstreuen Truppen belagert wird. Bei Luftangriffen kamen nach Informationen oppositionsnaher Beobachter mindestens 13 Menschen ums Leben, darunter vier Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. In der westlichen Provinz Hama starteten Regierungstruppen eine Offensive. Die USA warfen Russland erneut vor, für den Angriff auf einen Hilfskonvoi in Syrien am Montag verantwortlich zu sein.

Rebellen zufolge flog die syrische Luftwaffe in Aleppo die gesamte Nacht zum Mittwoch Angriffe. Die Armee sprach von sieben Einsätzen. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurden vor allem in der Nacht zum Mittwoch dutzende Angriffe auf die Stadt und ihre Umgebung geflogen. Von Mitternacht und bis in die frühen Morgenstunden sei die Stadt von mehr als hundert Explosionen erschüttert worden.

Neben den vier Mitarbeitern der Union of Medical Care and Relief Organizations wurden der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge in der südlich gelegenen Ortschaft Chan Tuman mindestens neun Kämpfer des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah getötet. Regierungstreue Medien berichteten, die Armee habe eine Düngemittelfabrik in Ramusa südwestlich von Aleppo zurückerobert. Die Beobachtungsstelle bestätigte den Vorstoß. Die Truppen rückten außerdem auf ein Wohngebiet vor.

Ziel der Regierungsangriffe in Aleppo, die vor dem Krieg die bevölkerungsreichste Stadt Syriens war, ist, die Rebellen aus Gebieten im Süden und Westen zu vertreiben und die Autobahnverbindung nach Damaskus zurückzuerobern. Unterstützt werden die Regierungstruppen von schiitischen Kämpfern aus dem Irak, dem Libanon und dem Iran.

Zu Kämpfen kam es auch in Hama. Die Rebellen hätten heftige Regierungsangriffe zurückgeschlagen, sagte einer ihrer Befehlshaber. Den Regierungstruppen seien schwere Verluste zugefügt sowie vier Panzer zerstört worden. Nahe der Hauptstadt Damaskus stürzte ein Kampfflugzeug der syrischen Luftwaffe ab. Die Exremisten-Miliz IS erklärte, sie habe die Maschine abgeschossen.

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