Nach Erdbeben
Japanische Inspektoren kontrollieren beschädigtes Atomkraftwerk

Tokio verzichtet darauf, das bei einem Erdbeben beschädigte Atomkraftwerk in Kashiwazaki von Experten der Internationalen Energiebehörde IAEA untersuchen zu lassen. Statt dessen haben japanische Inspektoren das Kraftwerk kontrolliert.

HB KASHIWAZAKI. Das teilte ein Sprecher der örtlichen Behörden der nordwestjapanischen Stadt mit. Sie hätten Angaben des Betreibers Tepco überprüft, dass bei einer Serie von Beschädigungen entwichene Radioaktivität tatsächlich nur extrem gering gestrahlt habe.

Bei dem Erdbeben der Stärke 6,8 waren am vergangenen Montag zehn Menschen ums Leben gekommen und 1 000 verletzt worden. Die nach Leistung größte Atomanlage entging nur knapp einem direkten Treffer durch den Erdstoß. Unter anderem wurde ein Transformator bei einem Feuer beschädigt und 400 Fässer mit radioaktiven Abfall umgestürzt. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, die Regierung in Tokio habe auf ein Angebot der Internationalen Energiebehörde IAEA verzichtet, die Atomanlage von ihren Experten untersuchen zu lassen. Sie berief sich dabei auf Regierungskreise.

Die Leitung des Atomkraftwerks in Kashiwazaki hat eingestanden, dass sie mit so einem starken Erdbeben in unmittelbarer Nähe ihrer Anlage nicht gerechnet habe. Die Regierung forderte die Betreiber der 55 Atomkraftwerke in Japan auf, die Erdbebensicherheit ihrer Anlagen schnell zu überprüfen. Kyodo meldete am Freitag, zehn Betreiber seien auf Notlagen nicht vorbereitet. Nur einer verfüge über eine 24-stündige Feuerwehrbereitschaft. Sieben Betreiber seien nicht mit Fahrzeugen zur Bekämpfung von Chemikalien-Bränden ausgestattet.

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