Nach Ermordung eines Oppositionellen
Proteste in Tunesien fordern erstes Todesopfer

Die Lage in Tunesien eskaliert. Nach der Ermordung eines Oppositionspolitikers gingen Tausende auf die Straßen. Nun forderten die gewalttätigen Proteste ihr erstes Todesopfer.
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TunisIn Tunesien hat es bei den gewalttätigen Protesten nach der Ermordung eines Oppositionspolitikers das erste Todesopfer gegeben. In der Stadt Gafsa im Süden des Landes kam in der Nacht zum Samstag ein Demonstrant ums Leben, wie zwei Augenzeugen berichteten. Zu den Umständen machten sie allerdings widersprüchliche Angaben.

Auslöser der Demonstrationen war der Tod des Oppositionspolitikers Mohamed Brahmi, der am Donnerstag vor seinem Haus erschossen wurde. Die Regierung macht eine radikale Salafistengruppe dafür verantwortlich. Brahmi sei mit derselben Waffe getötet worden wie bereits im Februar der Oppositionspolitiker Chokri Belaid. Am Freitag gingen Tausende Oppositionelle in der Hauptstadt Tunis auf die Straße und forderten die Absetzung der moderat-islamischen Regierung. Brahmis Bestattung war nach Auskunft seiner Familie für den Vormittag (10.00 MESZ) geplant.

Die weltlich ausgerichtete Opposition verlangt den Rücktritt der Regierung und die Bildung einer Regierung der nationalen Rettung. Ministerpräsident Ali Larayedh hat dies zurückgewiesen. Seit dem Sturz des Machthabers Zine al-Abidine Ben Ali im Januar 2011, der den sogenannten Arabischen Frühling einleitete, haben die Spannungen zwischen Islamisten und der weltlich orientierten Opposition stetig zugenommen.

Schon am Donnerstagabend waren Regierungsgegner vor das Innenministerium in Tunis gezogen, wo sie von Bereitschaftspolizei mit Tränengas auseinandergetrieben wurden. Ähnliche Demonstrationen wurden aus den Städten Sfax, Kef und aus der Stadt Sidi Bouzid gemeldet, wo die tunesische Revolution ihren Ursprung hatte. Dort zündeten Demonstranten zwei Büros der Ennahda-Partei an.

Innenminister Jeddou nannte den Salafisten Boubacar Hakim als Hauptverdächtigen in den Mordfällen Brahmi und Belaid. Hinweise auf eine Verwicklung politischer Parteien in die Mordfälle gebe es nicht, sagte der Minister. Brahmi soll am Samstag direkt neben dem Grab Belaids beigesetzt werden. Präsident Moncef Marzouki wies die Armee an, ein Staatsbegräbnis zu organisieren.

Unterdessen kündigten aus Protest gegen Brahmis Ermordung 42 oppositionelle Politiker ihren Rückzug aus der von den Islamisten kontrollierte verfassungsgebenden Versammlung an, die insgesamt 217 Sitze zählt. Sie fordern eine Auflösung der Versammlung und die Bildung einer Regierung der nationalen Rettung. Ministerpräsident Ali Larayedh lehnt dies jedoch ab.

Deutschland und die USA riefen die tunesische Regierung dazu auf, die junge Demokratie im Land zu verteidigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte das Attentat auf Brahmi scharf und erklärte, Regierung, Opposition und Gesellschaft des nordafrikanischen Landes müssten am demokratischen Wandel festzuhalten. Die US-Regierung forderte die tunesische Regierung auf, umfassende Ermittlungen in die Wege zu leiten, damit die Täter zügig zur Rechenschaft gezogen werden könne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Danke Frankreich, danke England. Ihr habt die Islamisten an die Macht gebombt. Und jetzt wehrt ihr was ihr davon habt.

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